Montenegro
Ins Herz geschlossen
Auf großer Vorfreude passierte ich endlich die Grenze zu Montenegro. Oder besser gesagt, ich versuchte es ^^ Die freundlichen Grenzbeamten wiesen mich darauf hin, dass es leider nicht ausreichen würde nur eine Kopie meiner grünen Versicherungskarte für Berta mitzuführen. Es wird das Original benötigt! Das Original hatte ich aber leider nicht mehr, da es die weniger freundlichen Italiener mir vor einigen Wochen leider entwendet hatten :/ Nachdem ich versucht hatte meine aktuelle Situation vor Ort zu erklären, stellte ich schnell fest: Hier ist definitiv kein Weiterkommen für mich. Ich entschloss mich daher sieglos das Grenzland zu verlassen und schmiedete schnell einen neuen Plan ganz nach dem Motto: Neue Chance, neues Glück! Also auf zur nächsten Grenze und erneut versuchen… mehr als ein erneutes “Du kommst hier nicht rein” kann es nicht geben… und unter uns Pastorentöchtern: Welche andere Wahl hatte ich?
Einigen Stunden später und nach paar hundert Kilometern Umweg, passierte ich ohne jegliche Komplikationen die Grenze zu Montenegro! Ja, mit der Kopie meiner grünen Versicherungskarte! Na also, geht doch! Wieso nicht gleich so? 😉 Check! Here we are!
Woran denkt ihr, wenn ihr Montenegro hört? Ich denke, ja ihr könnt mich dafür steinigen, an den Bond Streifen “Casino Royal”. Peinlich, ich weiß, aber nun ist es nun mal so.. und da ich mich grundsätzlich nicht wirklich auf die Länder, die ich bereisen will, vorbereite, hat sich vorab dieser Eindruck auch erst einmal nicht wirklich geändert.
Meine erste Nacht verbrachte ich direkt hinter der Grenze an der Hauptstraße. Es war weniger sauberer Platz (um es freundlich auszudrücken) und als Sahnehäubchen gab es gratis noch eine Menge Moskitos dazu. Super, weit und breit nix von dem Casino Royal Feeling zu sehen oder zu spüren. Ganz im Gegenteil, ich hatte versucht einen Schlafplatz am Wasser zu ergattern .. aber die dort ansässigen Anwohner gaben mir mit deren Blick zu verstehen (ich glaube die waren darin geübt und ich war nicht der erste Reisende, der hier vorbeikommt), dass ich hier nicht wirklich versuchen sollte mein Nach-Camp aufzuschlagen. Naja, man kann nicht jeden Abend einen traumhaften Schlafplatz finden.
Ich entschloss mich am nächsten Morgen mit Berta um den berühmten Teich zu fahren, der für mich als inoffizielles Wahrzeichen für Montenegro steht. Viele andere Möglichkeiten als den Teich zu umrunden hatten wir auch nicht, da wir von der kroatischen Grenze am Meer kommen… und obwohl die Umrundung unsere einzige Möglichkeit war, so war es dann dennoch wunderschön! Sonne, tolle Aussicht, kleine kurvige Straßen und eine tolle Aussicht aufs Wasser … was will man mehr? Wir machten Zwischenstopp in der Altstadt von Kotor … leider viel zu viele Touristen, was ich ja so gar nicht abhaben kann. Daher habe ich nach kurzer Stippvisite wieder schnell die Flucht ergriffen. Dennoch beeindruckend waren die tausenden Katzen, die dort in der Altstadt leben und “fast” die gleichen Rechte haben wie wir Menschen! Irgendwie strange aber auch sympathisch .. also für alle Katzenlieber unter euch definitiv ein Besuch Wert!
Ich fand in den nächsten Tagen atemberaubende Schlafplätze, unternahm Wanderungen, fuhr Berat aus und startet eine Montenegro-Recherche. Ich entschied mich kurzfristig, obwohl ich schon fast vor der albanischen Grenze war, wieder zurück ins Landesinnere zu fahren mit dem Ziel “Durmitor Nationalpark”. Hatte nur gutes gehört und somit kam ich nochmal in den Genuss den Teich zu umrunden =)
Der Weg zum Nationalpark war weniger spektakulär.. aber umso spektakulärer war dann das Tal vom Durmitor Nationalpark, dass sich vor mir plötzlich öffnete. So eine faszinierende Landschaft, die ich eher in Montana erwartet hätte und nicht hier am Rande von Europa, lag plötzlich vor mir mit einer Weite, die in mir das Gefühl von absoluter Freiheit auslöste. Ein unbeschreibliches Gefühl!
Ich fand über die Park4Night-App einen Traum-Schlafplatz am Rande vom Nationalpark an einem kleinen See mit einem Berg-Panorama im Hintergrund. Wow .. es gibt definitiv schlechter Übernachtungsplätz 🙂 Daher hier ein großes Dankeschön an die Park4Night-App Macher und -Nutzer.. die App hat mir bereits unzählige schöne Plätze verraten und das ohne stundenlange Suche in der Dämmerung oder in der Nacht. Mega coole App!
Ich gebe es zu – manchmal, wenn ich an Plätze bin, die mir sehr gut gefallen, fehlt mir eine Gesellschaft. Eine Gesellschaft, mit der ich Zeit verbringen kann, um die tollen Plätze “gemeinsam” zu genießen. Und da ich manchmal definitiv mehr Glück als Verstand habe ^^, parkte ganz plötzlich an diesem Abend am See ebenfalls ein weiterer Reisender! Kontaktfreudig wie ich bin, stattete ich meinen neuen Nachbarn einen Besuch ab. Anette und Stephan sowie meine Wenigkeit verstanden uns auf Anhieb prächtig und somit verbrachten wir mehr oder weniger die nächsten zwei Tage mit einander. Wir kochten zusammen, tranken das ein oder anderen nette Tröpfchen zusammen, sprangen in den “Arsch” kalten Bergsee und tauschten gegenseitig unsere Reise-Erfahrungen aus. Die beiden sind schon jahrelang immer mal wieder in Asien und Europa unterwegs und haben daher definitiv mehr Reise-Erfahrungen und -Stories zu erzählen als ich “Grünschnabel”. Daher lauschte ich bei Ihren Reiseerzählungen genau zu und konnte somit für meine nächsten Länder-Besuche das ein oder andere lernen! Danke dafür euch beiden!
Wie sagt man so schön… “Das Beste kommt zum Schluss”. So war es definitiv auch in Montenegro! Ich wollte unbedingt die Gegend mit einem Pferd erkunden und fand einen Guide, der Muße hatte mit so einem komischen Typen wie mir einen Tagesausritt zu unternehmen. Wir starteten am frühen Morgen und haben nach einiger Zeit einen guten gemeinsamen Rhythmus gefunden zwischen Galopp, Trab und Rast. Die Route ging an kleinen Fluss Bächen vorbei, die in der Steppe ringelförmig ihren Weg zu Seen suchen und das umliegende Gras mit Wasser nähren. Wunderschön dies mit einem Pferd zu erkunden und die Ruhe dieser Natur zu genießen!
Danke Montenegro für diese wunderschöne Überraschung!
Besondere Momente
- » Ein kleines Land mit einer atemberaubenden Natur
- » Das Fahren auf der Pass-Straße im Durmitor National Park. Grandios!
- » Ein Pferdeausritt durch eine wunderschöne Landschaft, bei dem plötzlich Wildpferde dazu kamen als wir galoppiert sind. Ein unbeschreibliches Gefühl!
- » Schlafplatz an einem kleinen See im Durmitor National Park
- Durmitor National Park
- » Aussicht vom Lovcen National Park über die Bay of Kotor
Montenegro Sveti Stefan
Montenegro Sveti Stefan






















