Kroatien
Unerwarteter Besuch
Die Vorfreude auf Kroatien war groß. Viele meiner Freunde, die Kroatien bereits mit dem Auto bereist hatten, schwärmten von den kroatischen Küsten und den dortigen Sonnenuntergängen. Nicht unbedingt eine schlechte Kombination, wie ich dachte … und somit startet meine Reise nach Kroatien mit großer Euphorie!
Ich verbrachte einige Tage an der Küste … entweder in kleineren Fischer-Dörfern oder an einsamen Plätzen. Endlich keine Hotel-Bunker mehr Weit und Breit. Yeah! Ich packte das erste Mal meine Angel aus und versuchte mein Glück was zu fangen … leider kam dabei nicht viel raus außer Kabel-Salat. Beim Versuch die Angel-Leine in das Wasser zu werfen, ist irgendwas schiefgelaufen. Kein Wunder, wenn man das zum ersten Mal macht. Dennoch, ich bin nicht verhungert und hab einen Abend damit verbracht das Leinen-Chaos zu fixen.
Ich entschloss mich nach einigen Tagen die Küste zu verlassen und in Richtung Berge aufzubrechen. Ziel: Plitvicka See. Dort, wo unter anderem ein Teil meiner Kindheitsserie Winnetou gedreht wurde. So wirklich hatte ich das Ganze gar nicht auf dem Schirm, bis ich an der Küste ein nettes Pärchen getroffen hatte, die mir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten und Plätze in Kroatien gezeigt hatten, die ich unbedingt besuchen sollte. Glück muss man haben … anscheint ist das Glücks-Schweinchen wieder zurück gekehrt J Bereits die letzten Abende habe ich selten alleine verbracht, da an den Küsten-Spots ebenfalls viele Camper unterwegs waren und ich somit es einfach hatte Anschluss zu finden. Auf dem Weg zu den Plitvicka See habe ich ebenfalls ein älteres Pärchen kennengelernt, die mit einer Luxus-Camper-Variante unterwegs waren. Es gab eine Privat-Führung und ich war quasi sprachlos. Von allem Schnick-Schnack fand ich das Bett, was per Knopfdruck nach oben fährt und das Dach öffnete, um quasi auf dem Dach schlafen zu können, am besten. Boah, war ich neidisch! Aber hey, Berta kann dafür vieles was die nicht können und definitiv für mich die bessere Wahl. Und mit wem bitte soll ich so ein Bett nutzen, wenn ich alleine unterwegs bin? haha
Nach dem Besuch der Plitvicka See, die durchaus sehenswert waren, übernachtete ich mit Berta am Rand einer Kiesgruppe, im nirgendwo. Ich genoss die Ruhe, nachdem ich und tausend Anderen durch die Plitvicka Seen quasi „geschoben“ wurden. Ich startet mit meiner Drohne paar Flug-Übungen und dinierte mir anschließend als Abendessen einen schönen Beef-Burger. Yummy! Es war Schlafenszeit und somit räumte ich die Küche auf, ging nochmal für kleine Sebastians und legte mich anschließend ins warme Bett.
Kurze Zeit später, ich denke so ca. 30 Minuten, hörte ich plötzlich ein Geräusch. Eine Art Stimme, die näher und näher kam. Da ich im nirgendwo stand und weit und breit kein Dorf vorhanden war, waren meine Sinne zu 100% on Air. Zusätzlich war ich direkt beunruhigt, da meine weniger guten Erfahrungen aus Italien immer noch in meinen Knochen saßen. Ich lauschte dem Geräusch, um zu ermitteln, um welche Art von Geräusch es sich handelt. Definitiv die Stimme eines Manschens! Ich fragte auf Englisch, wer da draußen sei. Keine Antwort. Das Geräusch war dennoch da. Shit, Panik machte sich breit! Ich wurde in meiner Stimme kräftiger und deutlicher und fragte erneut, wer da draußen wäre. Erneut keine Antwort. Da es stock duster draußen war, konnte ich auch nichts durch mein Fliegengitter-Netz sehen. Wenn ich jetzt Licht an machen würde, dachte ich mir, bin ich gefundenes Fressen für die Typen. Es vergingen einige Minuten und ich lauschte der Stimme. War es wirklich ein Mensch oder eventuell doch ein Tier? Plötzlich war ich mir nicht mehr sicher. Da war das Geräusch plötzlich wieder!! Ganz nahe, wenige Meter und ich realisierte, es war kein Mensch. Shit! Es war ein Tier … und es schnaufte. Fuck, das kann nur ein Bär sein! Das Schnaufen hörte sich tief an. Ich kenne kein anderes Tier was sich so anhört. Er nahm anscheint Witterung auf … erneut machte sich Panik breitete in mir. Ich suchte verzweifelte mein Messer, was immer in meiner Nähe liegt, wenn was passieren sollte. Okay, gefunden. Der Bär umrundete langsam Berta um die Situation zu checken. Ich entschloss mich ein Stockwerk tiefer zu gehen und das Aufstelldach zu schließen. Wer weiß wozu die Viecher alles fähig sind! Ich versuchte nun mit meiner Stirnlampe nach draußen zu leuchten, aber keine Chance. Zum einen war das Glas nicht wirklich Licht durchlässig und draußen war es dunkel und zusätzlich fetter dicker Nebel. WAHHHH. Der Bär umrundete erneut das Auto … auch wenn ich ihn nicht sehen konnte, hören konnte ich ihn! Er stemmte sich gegen Berta und Berta wackelte!!! Ist das zu fassen? Was zur Hölle will das Vieh. Und da kam es mir plötzlich. Der Bär roch nicht mich, sondern den Meat-Burger, den ich mir schön eine Stunde vorher „rein-gepfiffen“ habe. Und klar, ich hatte noch Fleisch übrig und nicht gerade gut verpackt. Das holte ich instant nach!
Da saß ich nun. Mitten in der Nacht, in Berta, im nirgendwo und in meinen Händen das Messer. Ich dachte nur. Wenn Du hier reinkommst – einer von uns beiden wird sterben. Ich war auf alles vorbereitet!! Aber, bzw. zum Glück, beruhigte sich die Lage nach einer gefühlten Ewigkeit wieder. Ich kann rückbetrachtet nicht wirklich sagen ob es 3 Minuten, 30 Minuten oder gar 3 Stunden waren, wo der Bär um Berta seine Runden gezogen hatte. Aber der Bär zog weiter, als er realisierte, dass hier nichts zu holen war. Ich war sehr erleichtert! Ich wartete noch eine Weile, richtete mein Bett wieder her und konnte in der Tat nach einiger Zeit dennoch wieder einschlafen …
Am nächsten Morgen stand ich früh auf. Die Nacht war nach dem unerwarteten Besuch nicht wirklich erholsam wie man sich denken kann. Als ich vorsichtig die Hintertür öffnete, realisierte ich erneut, dass es sehr neblig ist. Zum Glück lichtet sich der Nebel gerade und es würde nicht mehr lange dauern, bis der Nebel sich komplett auflösen würde. Ich packte direkt meine Drohne aus und flog paar Runden, um auf andere Gedanken zu kommen. In der Zwischenzeit konnte ich beeindruckende Aufnahmen machen und freute mich dann dennoch, dass alles gut gegangen ist!
Ich machte mich wieder mit einer neuen verrückten Weltreise-Story zurück auf den Weg in Richtung Küste. Ich fuhr Berta an wunderschönen Wasserfällen vorbei, wir verbrachten unzählige Tage an der kroatischen Küste, lerne sehr nette Reisende kennen und genossen die Zeit des Spät-Sommers in Kroatien.
Besondere Momente
- » Der Besuch der Plitvicka See
- » Die unglaublichen Sonnenuntergänge
- » Die wunderschönen Camping-Plätze, die ich jede Nacht gefunden habe
- » Dankbar, so viele tolle Menschen kennengelernt zu haben
- » Dankbar, dass mich alle quasi selbstverständlich eingeladen haben Zeit mit einander zu verbringen, als sie realisierten, dass ich alleine reise
- » Die Bär-Erfahrung in den nördlichen Bergen von Kroatien
- » Die unzähligen Wasserfälle. In den meisten durfte ich sogar baden, was quasi in Deutschland undenkbar ist





























