Italien
Abbruch oder Weiterfahrt?
Ich passierte den Simplon-Pass an der italienisch-schweizerischen Grenze und war froh, dass es nun wieder Berg ab ging und etwas wärmer wurde. Die letzte Nacht auf Schweizer Seite habe ich in den Bergen verbracht und dort wurde es dann doch viel kälter als erwartet. Mitten in der Nacht wurde es sogar so kalt, dass ich meine Winterdecke auspacken musste, um weiterschlafen zu können ^^ Als ich die Grenze passierte, wurde ich auch schon direkt vom Zoll raus gewunken. Als ich feststellte, dass es weniger eine Kontrolle war, sondern viel mehr ein hohes Interesse wohin meine Reise geht, war die Begeisterung sichtlich auf den Gesichtern der Zoll-Beamten zu sehen. Nach wenigen Minuten standen gefühlt alle frei verfügbaren Zoll-Beamten um Berta herum und ich gab eine Privat-Führung …
Nach meinem Zoll-Zwischenstopp steuerte ich Berta direkt auf den Lago Maggiore zu. Als ich angekommen war, parkte ich Berta direkt im Schatten und sprang ins Wasser. Herrlich! Das Wasser war schön warm, die Sonne schien und alles war perfekt. Ich aß mein Late-Frühstück an einem wundervollen Platz mit einer wunderbaren Aussicht auf den See, schlenderte zu paar Eisdielen und aß mehr Eis als ich eigentlich sollte J Der Tag verging wie im Flug, während ich was gelesen hatte, mit meiner Drohne beschäftigt war und mein Tagebuch gefüllt hatte.
Ich passierte Milan, besuchte einige der Attraktionen und verließ spät abends wieder die Stadt. Ich hörte, dass die Stadt nicht wirklich sicher ist und ich wollte Berta und mich nicht unnötigerweise in Gefahr bringen. Ich fuhr in der Nacht einige Stunden in Richtung Lago di Garda und fand in der Nähe vom Highway ein feines Plätzchen zum Übernachten.
Am nächsten Morgen verbrachte ich etwas Zeit am Laptop, frühstückte ausgiebig und sprang anschließend in den nahen gelegenen Fluss zur Abkühlung. Es war bereits wieder unerträglich heiß geworden! Als ich zurück zu Berta gegangen bin, musste ich leider mit Entsetzen feststellen, dass Berta aufgebrochen wurde und mein Laptop samt allen wichtigen Dokumenten sowie Reisepässe gestohlen wurde. Am Anfang habe ich nicht wirklich realisiert was mir alles gestohlen wurde, das kam mit der Zeit dann alles nach dem Motto: Okay, das wurde auch gestohlen und das auch … am Schlimmsten war nicht unbedingt der materielle Schade, viel mehr die persönlichen Reise-Dokumente die mich zwangen wieder nach Haus zu fliegen um die ganzen Dokumente vor Ort neu zu beantragen. Leider. Das Ganze ist dann auch noch an einem der wichtigste italienische Feiertag passiert, genannt Ferragosto. Somit hatten natürlich auch viele umliegende Polizei-Stationen geschlossen und bis ich eine gefunden hatte die offen war, verging Stunden. Yeah! Die Körnung kam jedoch noch! Ich dachte, dass ich eine Diebstahlversicherung abgeschlossen hatte … aber irgendwie dann doch nicht. Long Story, aber auf jeden Fall gab es keine. Fuck, das war ein teurer Spaß! Ausschließlich die Kosten für die Scheibe als auch für das Austauschen der Schlösser wurde bezahlt, nachdem ich eine vertrauenswürdige Werkstatt am Lago di Garde gefunden hatte.
Ich entschied mich einige Tage am Lago di Garde zu verbringen, bis die Ersatzteile aus Deutschland angekommen sind. Die Ersatzteile, die ich natürlich brauchte, gab es nicht in Italien. Klar, wieso auch? Hab das Glücks-schweinchen definitiv irgendwo auf dem Weg von Deutschland nach Italien verloren, so schien es mir. Ich suchte mir unterschiedliche Möglichkeiten bei 35-40 Grad Hitze die Zeit zu vertreiben. Ich bin Kiten gegangen, habe viel gelesen, unterschiedliche Ausflüge zu unterschiedlichen Bergen gemacht und was man sonst alles noch so macht an gefühlt einem der teuersten Camping Area in Europa. 35 Euro für einen Stellplatz pro Nacht pro Person. Und der Platz war definitiv nix besonderes! Boah, habe ich mich geärgert! Und überall Deutsche. Verdammt, und dabei wollte ich die Welt kennenlernen und nicht mit einer kaputten Windschutzscheibe + kaputte Schlösser im Urlaubs-Paradies der Deutschen verbringen und ein Vermögen zu bezahlen für nix. War ich schlecht gelaunt. Ich entschloss Berta der Werkstatt zu übergeben, nahm ein Zug nach Venedig, übernachtete im Hostel, lief einmal durch Venedig und setze mich in einen Flieger zurück nach Deutschland.
In Deutschland beantragte ich meine neuen Dokumente und kaufte mir einen neuen Laptop. Außerdem besuchte ich meine Family und meine Arbeit, was an der ganzen Odyssee definitiv das Beste war. Anschließend ging es wieder zurück nach Italien und ich setze meine Reise fort, nachdem Berta wieder voll einsatzbereit war.
Mittlerweile habe ich den Einbruch verdaut … dennoch war die Weiterfahrt alles andere als einfach. Ich war plötzlich viel unsicherer bei der Auswahl von Schlafplätzen und war nachts bei weitem nicht so entspannt wie ich es kannte als ich die Reise begonnen hatte. Sicherlich braucht alles seine Zeit und auch dies. Einige meiner Freunde meinten: Sei froh das es jetzt passiert ist und nicht irgendwo in Asien. Ja, sicherlich richtig … am liebsten hätte ich aber die Erfahrung komplett „geskippt“. Wohl diesmal nicht.
Ich fuhr weiter an die italienische Küste. Ich versuchte so gut es ging die überteuerten Mautstraßen zu umfahren und wollte nicht noch mehr Geld zum „Fenster“ rausschmeißen. Haha, blöder Wortwitz :/ Als ich an der Küste angekommen war. Woho, überall Hotel-Bunker und Urlauber die sich in Öl baden. WAHHHHHH. Ich parkte dennoch mein Auto, schaute mir das Spektakel an und war so gar nicht in Weltreise-Modus. Ich entschied mich Sport zu machen in der Hoffnung, dass meine Laune danach wieder etwas besser wird. Als ich vom Laufen zurück kam, bemerkte ich, dass eine Mutter mit ihrem Kind neben mir parkte und anscheint ebenfalls auf einem längeren Art Ausflug war. Ich kam mit der Mutter ins Gespräch, eine Deutsche, wer hätte das gedacht, und verbrachten ein paar Stunden zusammen. Die Kleine, genannt Valentina und um ich 7 Jahre alt, war Zucker süß! Sie wollte alles wissen über meine Reise und erkundete Berta so gut es ging.
Ich übernachtete eine Nacht und machte mich anschließend auf in Richtung Slowenien. Ich entschied mich nicht an der Küste nach Slowenien einzureisen, sondern eher lieber über die Berge. Irgendwas sagte mir, dass ich diesen und nicht einen anderen Weg einschlagen sollte …
Besondere Momente
- Leider gab es nicht wirklich viele besondere Momente in Italien...
- » Übernachten auf dem Monte Baldo
- » Das ich Valentina und ihre Mutter kennenlernen durfte
- » Die Fahrt zwischen Lago di Garde und der italienischen Küste
- » Der Besuch meiner Familie daheim in Deutschland
Weniger besondere Momente
- » Einbruch und der draus entstandene Schlamassel

























