Türkei

Der wirkliche Beginn meiner Reise

Ich verließ Europa über Griechenland in Richtung Türkei mit einem großen Fragezeichen auf meiner Stirn. Die politische Lage eilte mir voraus und auch ich war skeptisch, was mich in diesem Land wirklich erwarten wird. Bekannte bzw. auch Freunde rieten mir die Türkei nicht zu bereisen und stattdessen über die nördliche Route in Richtung Asien zu fahren. Als Begründung wurden mir die aktuellen Nachrichten genannt. Sicherlich, wenn ich in diesem Falle nach den Nachrichten gehen würde, wäre ich eventuell wirklich nicht in die Türkei gereist… aber wir alle wissen doch, dass oftmals die Nachrichten nur ein Teil der Wahrheit erzählen, auch bei uns in Deutschland. Somit beschloss ich in die Türkei zu fahren bzw. es stand nie wirklich zur Diskussion, es nicht zu tun.

Mit diesem Gefühl und sicherlich auch mit einer großen gehörigen Portion Respekt, startet ich mein Türkei-Abenteuer. Ich verbrachte meine erste Woche in Istanbul, erhielt meinen zweiten Besuch auf meiner Reise und wir begaben uns gemeinsam auf Erkundungstour. Für mich ist Istanbul eine faszinierende Stadt. Nicht wegen dem unsäglichen Verkehr, den Berta genauso wenig mag wie ich, sondern wegen der doch so deutlichen Unterschiede zu unseren westlichen Großstädten. Ich konnte das erste Mal in meinem Leben eine persische Atmosphäre spüren, bin durch den Bazar geschlendert, habe den Händler zugesehen wie diese auf den Straßen ihre Arbeit verrichten. Dabei hat meine Nase neue Gerüche von mir bis dato unbekannte Gewürze wahrgenommen. Alles zusammen waren dies für mich besondere Momente, da ich bis jetzt noch nicht wirklich die Möglichkeit hatte diese Art von Kultur und ein solches Leben kennenlernen zu dürfen. Während meines Aufenthaltes in Istanbul begleitete mich mehrfach täglich der islamische “Prayer-Call”. Zu Beginn war es für mich suspekt diesen zu hören, dann teilweise so laut, dass jegliches Gespräch mit meinem Gegenüber zu unterbrechen war. Jedoch ist der Mensch bekanntlicherweise ein Gewöhnungstier und auch ich habe mich erstaunlicherweise sehr schnell an diese Situation gewöhnt. Ich würde mittlerweile sogar behaupten, dass dieser, sofern ich ihn höre, eine gewisse Ruhe in mir auslöst. Wieso das so ist, kann ich nicht wirklich sagen =)

Mein Geburtstag stand unmittelbar vor der Tür. Leider ebenfalls auch eine schöne Nasennebenhöhlenentzündung, worauf hin ich mich entschieden habe länger in Istanbul zu bleiben um diese auszukurieren. Dies hatte leider zur Folge, dass ich den Westen der Türkei nicht erkunden konnte. Leider. I will come back! Aus diesem Grund fuhr ich direkt die Küstenstadt Antalya, nicht unbedingt um die türkische Kultur dort weiter kennenzulernen, sondern um mit meiner Zwillingsschwester und ihren zwei wundervollen und verrückten Kids rechtzeitig unseren gemeinsamen Geburtstag zu zelebrieren. Aus geplanten zwei Wochen wurden drei wundervolle Wochen und ich bin für jede Sekunde, Minute, Stunde, Tage und Wochen dankbar, die wir zusammen verbringen durften! Ich habe dich lieb, beste Zwillingsschwester ever!

Wir hatten durchgehend ein unverschämtes 30 Grand Beach-Feeling Wetter, eine rundum All-inclusive Versorgung und ich hatte nach den drei Wochen 3-5 Kilo mehr auf den Rippen. Super! Zeit mich in Richtung Ankara aufzumachen, der Hauptstadt der Türkei. Ich erhielt wieder Besuch, organisierte mein Iran-Visum und verließt recht schnell die Stadt, da dort nicht wirklich viel Interessantes für mich zu erkunden war. Ich steuerte Berta in Richtung Kappadokien, einer meiner Bucket-List Orte. Entsprechend groß war meine Vorfreude! Ich verbrachte insgesamt eine Woche in der Gegend, fand grandiose Übernachtungsplätze und durfte die besondere Atmosphäre hunderter Ballons im Morgengrauen erleben. Eine unglaubliche Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin und ich sie nicht mehr missen wollen würde! Die restliche Zeit verbrachte ich mit dem Konsumieren von traditionellen Köstlichkeiten, besuchte unterschiedliche Museen, nahm an einer Tagestour teil, sagte mehrfach Hallo zu unterschiedlichen Hamam-Einrichtungen und hatte die Möglichkeit beim Pferde-Ausritt die einmalige Landschaft zu erkunden.

Bei der Weiterfahrt in den Osten der Türkei teilte mir Berta das erste Mal mit, dass es ihr nicht wirklich gut gehen würde. Sie hatte eine Batterie in Antalya verloren, da ich Sie während des Aufenthaltes vernachlässig hatte ;( Zusätzlich drohten sich ihre Ölschläuche aufzulösen. Ja, richtig gelesen. Aufzulösen. So etwas ist möglich. Ich musste mich also um mein Baby kümmern und fuhr kurz vor der iranischen Grenze in die Stadt Doğubeyazıt. Die Stadt sah alles andere als einladend aus, als wir über die westliche Zufahrtsstraße auf die Stadt zusteuerten. Eigentlich wollte ich dort den Mount Ararat kennenlernen (der höchste Berg in der Türkei), stattdessen lernte ich unglaublich freundliche und hilfsbereite Menschen kennen! Die Jungs nahmen sich die Themen rund um Berta an und wir erledigten gemeinsam noch viele weitere Aufgaben, die bereits lange auf meiner “Berta-fix-it-list” standen. Berta war sichtlich glücklich! Aus geplanten wenigen Stunden Aufenthalt wurde ganz plötzlich eine Woche Aufenthalt. Ich wurde mehrfach zum Essen eingeladen, wir haben gemeinsam gefrühstückt, saßen zusammen abends in Kaffees und wir besuchten eine ca. 65 Grad heiße Vulkan-Quelle, in der ich es immer nur wenige Sekunden ausgehalten hatte. Unglaublich tolle Erfahrungen konnte ich dort sammeln und das erste Mal auf meiner Reise spürte ich eine enorme Gastfreundschaft, die ich so noch nicht kennengelernt hatte. Danke dafür!

Eigentlich sollte meine Weiterreise in den Iran gehen. Kurzerhand habe ich mich aber entschlossen die Hauptstadt von Armenien zu erkunden. Somit steuerte ich mit Berta statt in den Süden in den Norden. Uns erwarteten unzählige Militär-Kontrollen und hohe schneebedeckte Berge. Entsprechend kalt wurde es für uns beide. Bekanntlicherweise ist der Weg das Ziel … und somit hatten wir beide Zeit die Eindrücke der letzten Woche zu verarbeiten.

Besondere Momente

  • » Prayer-Call
  • » blaue Moschee in Istanbul
  • » Grand-Bazar in Istanbul
  • » viel Polizei-Präsenz, insbesondere in Ankara und an Grenzgebieten zu Armenien und Iran
  • » Drei wundervolle Wochen Urlaub mit meiner Zwillingsschwester und ihren beiden Kids
  • » Erste traditionelle Hamam Erfahrung gemacht
  • » Cappadocia, einer der Orte, welche auf meiner Bucket-List stand. Check.
  • » Doğubeyazıt, in dem ich unglaublich nette Menschen kennengelernt habe und ich der lebende Beweis bin, dass knapp eine Woche Kommunikation über Google Translate wirklich funktioniert =)