Pakistan
Zeitreise der besonderen Art
Naivität. Das ist das Wort, welches mir eingefallen ist, als ich darüber nachgedacht, wie ich meine Erfahrungen in Pakistan wahrgenommen habe. Naiv, weil ich nicht wusste, was mich erwartet. Naiv, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es ein derartiges Leben an der Grenze des Minimums auf unserem Planeten noch wirklich gibt. Naiv, weil ich das erste Mal in meinem Leben spüren durfte, was es bedeutet mich nicht frei bewegen zu dürfen. Naiv, weil ich nicht gedacht hätte, dass die Kluft zwischen meiner und der hier vorhandenen Welt doch noch so „abartig“ groß ist. Naiv, weil ich dachte, dass mein Magen so gut wie alles verträgt. Große Fehleinschätzung ^^
Aber nicht nur das Wort „Naivität“ beschreibt meiner Eindrücke in Pakistan … sondern auch ..
- Wunderschön war die Erfahrung gewesen, ein Land auf eine noch so sehr unberührte Art und Weise erkunden zu dürfen wie ich es „tun“ durfte.
- Wunderschön war die abwechslungsreiche Natur, die mir Wüste und Berge zeigte .. aber mir auch Schnee und Sandstürme präsentiere. In mitten dieser Schauspiele fand ich satte grüne Landschaften, die ich nur aus Filmen kannte.
- Wunderschön sowie inspirierend waren die Begegnungen mit interessierten und offenherzigen Menschen.
- Erstaunt, wie gut der Personenschutz über 1.800 Kilometer und 81 Checkpoints inkl. fliegendem Wechsel funktionierte.
- Beeindruckt, wie wichtig der Regierung es ist, dass die Besucher eine Sicherheit erhalten und somit kostenlos einen Schutz bereitstellt. Definitiv keine Selbstverständlichkeit in meinen Augen. Großes Dankeschön dafür!
- Erstaunt, wie viele Personen Selfies mit einem machen wollen.
- Erstaunt, wie viele gutes Englisch sprechen können.
- Erstaunt über die dann doch sehr chaotischen Straßenverkehrsregeln, sofern es überhaupt welche gibt. Meine Devise war – immer links fahren und so oft hupen wie es geht 😉
- Erstaunt, dass es doch XX Prozent Christen im Land gibt inkl. vieler Kirchen.
- Schockiert, wie Präsent die Waffengewalt im Land noch ist.
- Schockiert, wie wenig achtsam mit der Natur umgegangen wird.
- Schockiert, dass es so gut wie keine Müllentsorgung gibt. Dementsprechend sieht es auch überall aus. Resultat = Müll wird verbrannt.
- Schockiert über die Luftverschmutzung in vielen Regionen, insbesondere in größeren Städten.
- Schockiert über die dort vorhandenen Arbeitsverhältnisse, welche in „meiner Welt“ definitiv als unmenschlich eingestuft würden!
- Schockiert über die Tatsache, dass Frauen nicht wirklich arbeiten dürfen.
- Traurig über die nicht vorhandene Möglichkeit Balochistan erkunden zu dürfen (Aufgrund der Polizeieskorte)
- Traurig über die Tatsache, dass egal wie wir Pakistan politisch betrachten, wenig dafür getan wird, dass es dem Land besser geht. Und wenn es nur die Sicht des Landes in uns selber ist, die wir veränderten könnten, wenn wir nur wollen würden.
- Traurig feststellen zu dürfen, dass sich an dem Leben hier auch in kurzer Zeit nicht viel ändern wird. Die Kluft zwischen der 1. und 3. Welt wird meiner Ansicht nach größer als statt kleiner – leider.
Abschließend bleibt zu sagen. Die zwei Wochen waren intensiv, aufregend, anstrengend, interessant als auch aufschlussreich. Ich habe vorab vieles über Pakistan gelesen … aber wenn man selber nicht vor Ort gewesen war und das Land selber “erlebt” habt, kann sich diese Welt nicht wirklich nicht vorstellen. Ich bin dankbar für die gesammelten Erfahrung, weiß aber ehrlich gesagt nicht, ob ich die gleiche Erfahrung unbedingt noch einmal machen wollen würde. Ja, mir ist nicht passiert … aber nicht ohne Grund wurde ich die meiste Zeit von einer Polizei Eskorte beschützt. Am Ende muss nur 1x etwas passieren und dann ist es entsprechend geschehen.
Ich hoffe, dass Pakistan sich demnächst aus der aktuellen Weltsicht befreien kann. Ich sage nicht, dass Pakistan alles richtig gemacht hat in der Vergangenheit. Aber das haben viele andere Länder ebenfalls nicht. Ist es nicht unsere Aufgabe die Vergangenheit zu verarbeiten als auch irgendwann mal damit abzuschließen?
Meine Blog-Beiträge aus Pakistan:
Besondere Momente
- » 3 spannende Tage und Nächste in Quetta auf dem Polizeirevier
- » die unzähligen Polizei-Eskorten, die in der Summe alles waren: aufregend, besonders, langatmig, ermüdent, spannend, abenteuerlich sowie eine einmalige Erfahrung!
- » Alicia und Diede, die ich in Quetta kennengelernt habe und wir anschließend zwei Monate lang zusammen gefahren sind
- » Eine unvergessliche Nacht in Sukker. Wir sind von der Polizeistation ausgebüxt und anschließend hat man uns überall gesucht :)
- » der glas klaren Sternenhimmel
- » die Begegnungen mit den Einheimisches. Sehr interessierte, warmherzige und respektvolle Menschen!























