Griechenland

Eleftheria i thanatos – Freiheit oder Tot

Nachdem wir in den letzten Tagen unerwarteter Weise in Albanien noch ein kleines Strand-Paradies gefunden hatten, hieß es für uns nun dennoch Abschied nehmen von diesem wundervollem Land, was mein Vater als auch ich so gar nicht auf dem Radar hatten! Mit etwas Wehmut wegen des Abschieds und dennoch mit Vorfreude auf Griechenland, schauten wir positiv nach vorne. Ja, Griechenland hatte ich auf dem Radar! Klar, einer der beliebten Reiseziele vieler Europäer … auch von uns Deutschen =) Aber wie wird es uns gefallen, dachten wir uns? Kann uns Griechenland genauso verzaubern Albanien? Eins ist klar: Die Messlatte ist hoch!

Wir (mein Vater, Berta und meine Wenigkeit) überquerten unproblematisch die Grenze am Qafë-Botë-Posten und steuerten direkt einen der ersten Strände an um dort zu übernachten. Wir entschieden uns an den Abend nicht zu kochen – die Dämmerung hatte bereits begonnen und keiner von uns hatte wirkliche Lust was in die Pfanne zu hauen. Somit kombinierten wir einen Abendspaziergang mit einem Restaurant-Besuch. Fisch gab es, inkl. einem unfassbaren Sonnenuntergang! Obwohl ich der Meinung war, dass ich durch den grandiosen Sommer 2018 in Kroatien und den damit verbundenen Sonnenuntergängen verwöhnt wurde, hat uns dieser an dem Abend dennoch überrascht! Danke Griechenland für dieses Erlebnis. Kein Dankeschön bekommst Du von uns für den Fisch der uns serviert wurde … den hättest Du dir einfach nur sparen können ^^

Ich entschloss mich kurzfristig die Insel Korfu zu besuchen. Dieses Mal alleine, ich brauchte mal eine Vater-Sohn Pause 😀 Eine wunderschöne Insel, jedoch mehr als etwas Wandern war während meinem Tagesausflug nicht zu denken. Obwohl die Insel sehr touristisch ist im Gegensatz zum nördlichen Festland, habe ich mich in die vielen kleinen Berg-Dörfer und die dort ansässigen Restaurants verliebt! :=) Nicht zu Letzt wegen der Panorama Aussichten, bei der ich sofort schwach wurde. Ich suchte mir Abends ein kleines nettes Restaurant und speiste vorzüglich, bevor ich wieder zurück zu Fähre musste.

Unser Zeitplan inkl. der Route für die folgenden Tage stand mittlerweile fest. Wir entschieden uns, dass mein Vater in Thessaloniki die Rückreise antreten wird und ich dort mein Abenteuer wieder alleine fortsetzen werde. Wir besuchten in den folgenden Tagen unter anderem die Vikos-Schlucht, die von dem Verhältnis her von Breite zu Höhe die größte Schult der Welt ist. Schon beeindruckend, wie wir fanden! Sie liegt im Pindus-Nationalpark, in dem wir insgesamt drei Tage verbrachten. Ich versuchte unter anderem Forellen zu angeln – aber anscheint war meine Technik noch zu Anfängerhaft und somit blieb es nur bei dem Versuch und meine Aktion wurde nicht mit Erfolg gekrönt. Nun gut. Stattdessen lernte ich was es bedeutet starkes Sodbrennen zu bekommt ;( Das Sodbrennen war so heftig, dass ich mich schlafen legen musste, da sonst die Schmerzen nicht auszuhalten waren. Fuck, was war das.. und woher kommt das plötzlich? Mein ganzes Leben hatte ich nie wirklich Sodbrennen … und wenn, dann nur kurze Zeit und kaum der Rede wert. Aber diese Schmerzen waren teilweise unerträglich und machten definitiv keinen Spaß!

Nachdem ich mich vom Sodbrennen erholt hatte, sind wir am nächsten Morgen nach Osten aufgebrochen und haben einen kurzen Abstecher zu den Metero-Klöstern vorgenommen. Verdammte Axt, wie war es nur möglich so etwas im 18 Jahrhundert zu bauen!? Die damaligen Verrückten haben es geschafft Klöster auf so hohen Berg-Klippen zu errichten. Großen Respekt dafür! Die Mönche, die noch in den streng orthodoxen Klöstern wohnen, wollte ich unbedingt einmal kennenlernen … und somit entschied ich mich eines der Klöster zu besuchen und erntete direkt von meinem Vater ein großes Kopfschütteln. Er verstand es nicht, wieso ich eines der Klöster besichtigen wollte würde oder gar wieso ich überhaupt in die Gegend fahren wollte… Nun gut, da es ja meine Reise ist, werde ich auch eines der Klöster besuchen! Kappische ? 😉

Der Besuch hat sich gelohnt .. wenn auch gleich ich anderen Reisenden empfehlen würde nicht direkt das „größte“ der Kloster zu gehen. Das war zwar „hübsch“ und „schön“ anzusehen, aber ich mag lieber der Realität ins Auge zu schauen als schöne hergerichtete Plätze zu besuchen was mit dem normalen Leben der Mönche wenig zu tun hat. Nun, da die Klöster an den Tagen mit den Besuchszeiten rotieren, welche für Touristen offen sind, konnte ich nur das wählen, was auch offen war. That’s life 🙂

„Beach time“ war angesagt! Wir fanden an der Küste des ägäischen Meers ein verlassenes Sommer-Domizil für Urlauber, was aber aufgrund der Jahreszeit nun quasi nicht bewohnt war. Checkpot! Genau der richtige Spot für uns direkt am Meer zu übernachten, eine Runde baden zu gehen und unseren zuvor gekauften Fisch anzubraten. Der Rotwein dürfte dabei natürlich nicht fehlen! Gesagt getan und der Abend verging schneller als uns eigentlich lieb war. Wie so oft, wenn die Momente besonders sind und man eigentlich in dem hier und jetzt verweilen will …

Wir erreichten Thessaloniki und mein Vater als auch ich realisierten, dass es nun heißt Abschied zu nehmen. Und ja, ich gebe es zu .. ich war froh nach 2 ½ Wochen Vater/Sohn 24 for 7 Volleinsatz wieder meinen eigenen Weg gehen zu können ^^ Zu machen was ich wollte, wann ich es wollte und wie schnell ich es wollte. Und man mag es kaum glauben, aber in der Summe war ich bereits ein viel langsameres Reisen gewohnt als mein Vater es sich von der Reise vorgestellt hatte. Nicht selten sind wir deswegen aneinandergeraten, wenn auch gleich wir immer einen guten Konsens gefunden hatten. Nachbetrachtet aber auch vollkommen verständlich. Meine „große“ Reise lag noch komplett vor mir und ich hatte alle Zeit der Welt. Mein Vater wollte so viel es geht erleben, sehen, spüren … insbesondere, als er realisierte, dass Albanien ihn verzauberte und er drauf und dran war sich in das Land zu verlieben!

Aber der andere Teil in mir, der Teil, er sich nicht freute das unser gemeinsames Abenteuer hier nun endet, kam ebenfalls hervor. Verdammt, ich hatte wieder Angst alleine weiter zu Reisen! Die Angst, die ich nach einigen Tagen in Deutschland hinter mir gelassen hatte, als ich gestartet bin, kam wieder hervor. Wie ich das Gefühl hasse! Wie schön war es dagegen die täglichen Aufgaben, die man zu meisten hatte, teilen zu können .. und das Privileg zu haben, dass mit keinem anderen unternehmen zu dürfen als mit dem eigenen Vater!

Die Tatsache, zu wissen, dass man sich gegenseitig zu 100% vertrauen kann. Die Tatsache, zu wissen, wie wichtig es ist wunderschöne Orte zum Übernachten zu finden. Die Tatsache, dass sich unsere Outdoor-Erfahrungen perfekt ergänzen. Die Tatsache, die gemeinsame Freude in den kleinen Dingen zu sehen. Die Tatsache, dass mein Vater realisieren musste, dass das Glück in Schach in diesem “Urlaub” auf meiner Seite lag und die Tatsache, dass ich es in vielen Situationen meinem Dad nicht einfach gemacht hatte. Sorry dafür!

Last but not least. Großes Dankeschön für die gemeinsame Zeit!

Besondere Momente

  • » Das Durchfahren des Titus-Nationalpark und in Gegenden zu kommen, wo selten Touristen "freiwillig" landen.
  • » Ein einsamer Strand hinter Thessaloniki, an dem ich "unfreiwillig" aufgrund einer Fußverletzung gestrandet bin für zwei Wochen
  • » Baden an unserem "eigenen" Strand mit funktionierender freistehender Dusche