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	<title>Iran &#8211; Sebventure</title>
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	<description>Solo traveling around the world</description>
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	<title>Iran &#8211; Sebventure</title>
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		<title>Meine erste Wüstennacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2019 13:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Lagerfeuer]]></category>
		<category><![CDATA[Wüste]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist 10:18 Uhr. Meine Hände frieren. Die Nacht brachte den Frost. Das Aluminium vom Laptop ist noch kalt – eigentlich viel zu kalt, da mir das Tippen aufgrund dessen nicht besonders leicht fällt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es ist 10:18 Uhr. Meine Hände frieren. Die Nacht brachte den
Frost. Das Aluminium vom Laptop ist noch kalt – eigentlich viel zu kalt, da mir
das Tippen aufgrund dessen nicht besonders leicht fällt. Als Entschädigung
scheint mir die Sonne ins Gesicht und ich genieße den ruhigen Morgen. Nur ich, Berta
in meinem Rücken, dazu leise Hintergrund Musik aus der Spotify Playlist „Tropical
Vipes“ und Harald. Ein Wüstenhund, der mir seit gestern Abend Gesellschaft leistet.
Es ist meine erste Nacht in der Wüste. Genau genommen mein erster Wüstenbesuch
grundsätzlich, seitdem ich diesen Planeten als meine Heimat bezeichne.</p>



<p>Ich entschloss mich gestern kurzfristig ein Abstecher in die Wüste zu unternehmen. Eigentlich war ich unterwegs nach Isfahan&#8230; und obwohl die  Dämmerung bereits begonnen hatte und Google mir eine einstündige Fahrt bis zum Schlafplatz signalisierte, entschloss ich mich auf den Weg zu machen &#8230; </p>



<p>Nach halber Strecke stoppte ich. Leider unfreiwillig, da das Gate zur Wüste verschlossen war. Verdammt, seit wann hat eine Wüste ein Gate, dachte ich mir. Ich parkte Berta am Seitenstreifen und lief in Richtung Gate-Officer. Ich erklärte ihm meine Situation, versprach hoch und heilig, dass ich sehr vorsichtig bin, zahlte umgerechnet 2 Euro für den Eintritt und 10 Euro für einen Guide, der darauf bestand mich in das 11 Kilometer weit entfernte Camp innerhalb der Wüste zu bringen. Eigentlich sollte es 40 Euro kosten, selbst 10 Euro war noch viel zu viel, ab er ich war müde, hungrig und wollte unbedingt nun in die Wüste! </p>



<p>Am Camp angekommen, war das noch nicht die Wüste die ich mir vorstellte&#8230; ich dachte, mich erwartet Sand und Dünen, so weit wie das Auge reicht. Nichts dergleichen. Ja, wir hatten Sand, aber es war mehr Steppe als die Wüste, die ich mir wünschte. Nun gut, kommt sicherlich noch. Ich suchte mir ein feines Plätzchen für die Nacht. Es war vollkommend windstill. Wir hatten Vollmond. Eine besondere Stimmung. Ich war froh, dass kein Wind peste, da wir bereits Minusgrade hatten. Ich zog meine Antarktis-Klamotten dennoch an (4 Lagen insgesamt), purzelte paar Hänchenkeulen in der Pfanne an und dazu dinierte ich mir Nudeln. Köstlich!</p>



<p>Es war 21:30 Uhr. Ich war gesättigt sowie bettfertig. Aber ich war nicht müde. Die letzten Wochen ging ich nicht vor 24 Uhr ins Bett. Ich beschloss zum Lagerfeuer zu gehen, welches ich bei der Anreise kurz vorher an einem Checkpoint gesehen hatte. Nicht zuletzt, weil nichts über ein gutes Lagerfeuer geht und ich ein gutes Feuer einfach echt vermisst hatte in den letzten Wochen. Drei Jugendliche wärmten sich am Feuer, leider konnte keiner Englisch sprechen. Meine Farsi-Skills beschränkten sich weiterhin auf wenige Wörter. </p>



<p>Es dauerte eine Weile, ich war bereits in meiner Feuer-Trance versunken, stoppten plötzlich eine Handvoll Wüsten-Jeeps. Es waren Einheimische. Sie kamen aus der Wüste und haben dort zu Abend gegessen und dazu das ein oder andere alkoholisches Getränk zu sich genommen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Entsprechend entspannt und lustig war die Stimmung. Wir unterhielten uns, wärmten uns am Feuer und tranken Tee zusammen. Die Zeit verging, es war bereits kurz vor Mitternacht. Für mich war nun Bett geh Zeit. Ich schlug die Essens-Einladung aus, ging mit meinem Michelin-Outfit zurück zu Berta und freute mich auf meine erste ruhige Nacht seit Wochen mitten im Nirgendwo. </p>



<p>Ich musste mich bereits zum Rücken zur Sonne setzen. Das Gesicht spannte bereits und auf einen Sonnenbrand hatte ich nicht wirklich Lust gehabt. Oder war er schon da? Das Aluminium vom Laptop hatte sich bereits aufgewärmt, genauso wie meine Hände. Das Tippen der letzten Zeilen ging nun leichter von der Hand als zu Beginn. Nun heißt es – Aufräumen und Haare waschen. Das Wasser im Tank ist nun aufgetaut =)</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Abschied, der Dritte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jan 2019 05:15:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Rückflug]]></category>
		<category><![CDATA[Visa]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach einem nicht geplanten Zwischenstop in Deutschland, bin ich wieder in Tehran (Iran) angekommen. Mit gemischten Gefühlen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[Ist ist 5:23 Uhr, iranische Zeit. Es nieselt etwas und es sind sagenhafte
minus drei Grad :/ Ich bin vor ca. 20 Minuten im <a href="https://heritage-hostel.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="Heritage Hostel (öffnet in neuem Tab)">Heritage Hostel</a> in
Tehran angekommen und versuche gerade diese Zeilen zu verfassen &#8230;

Ich bin vor einigen Stunden am internationalen Flughafen gelandet, kommend aus Deutschland. Berta stand dort 8 Tage und sie hat sich gefreut, als ich sie abgeholt habe <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anscheint hat es ihr nicht so gut gefallen auf dem Parkplatz zwischen den ganzen nicht 4&#215;4 Autos <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Naja, Mädels, nie kann man es ihnen recht machen ^^

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Die ca. 45-minütige Fahrt vom Flughafen zum Hostel war irgendwie verrückt. Ich war tot müde, da ich einen 4 stündigen Aufenthalt in Istanbul hatte. Hinzu kam, das Berta dachte, dass es nun endlich wieder weiter geht statt &#8220;zurück nach Tehran&#8221; .. und die Straßen der Hauptstadt waren so leergefegt wie sie um 4 Uhr morgens nur sein konnten ^^

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Ich hatte nicht wirklich geplant gehabt, während ich auf meiner Weltreise
bin, die Heimat zu besuchen. Nicht, weil ich nicht wirklich wollen würde oder weil ich keinen vermisse, sondern um das dadurch entstehende Gefühlschaos zu umgehen. Naja, wie das Schicksal so will, war ich nun bereits das zweite Mal in der Heimat. Beim ersten Mal musste ich, nachdem ich in Italien von meinem Hab und Gut erleichtert wurde, neue Reisedokumente beantragen. Da mir viele wichtige Dokumente gestohlen wurden, ging das nicht so ohne weiteres in einer deutschen Botschaft in Italien. Beim zweiten Mal bat mich die pakistanische Botschaft &#8220;freundlich&#8221; um ein persönliches Interview in der pakistanischen Botschaft in Frankfurt, sofern ich durch Pakistan fahren wollen würde. Leider werden Visa-Anträge aktuell nur in der Botschaft in Deinem Heimatland vergeben. Für mich also Deutschland. Verrückt, aber das sind aktuell die Regeln. Da die Route durch Pakistan für mich aktuell die günstigste Option war nach Indien zu kommen inkl. mit Berta, gab es für mich leider keine andere Wahl als wieder kurz nach Silvester nach Hause zu fliegen &#8230;

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Ich weiß mittlerweile wie schwer mir ein Abschied von der Familie oder meinen engsten Freunden fällt. Der Unterschied, so dachte ich, war, dass ich nun beim dritten Abschied weiß, was kommen wird. Fehlanzeige. Der
&#8220;Abschieds-Schmerz&#8221; kam erneut bei ca. ein Tag vor Abflug. Leider. Bei mir äußert er sich indem ich ruhig werde gepaart mit keiner guten Laune .. Eigentlich total verrückt, da ich ja noch da bin, aber naja .. so ist es nun mal :/

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Innerlich ist es für mich jedenfalls eine Achterbahn der Gefühle. Von meinen Freunden und Familie (den meisten zu mindestens) habe ich mich bereits vor kurzem oder vor Tagen verabschiedet. Auf der anderen Seite gibt es auch ein Teil in mir, der sich endlich wieder freut das die Reise weiter geht&#8230; die neuen Abenteuer, Erfahrungen, Inspirationen, Menschen, Kulturen, etc. die auf mich warten. Endlich wieder &#8220;frei&#8221; zu sein und jeden Tag zu entscheiden was ich heute machen will ..

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Jedoch bemerke ich, als ich im Hostel angenommen bin, wie mein &#8220;Flow&#8221; der letzten 5 Monate fast verflogen war ;( Ich habe das Hostel vor 8 Tage mit voller Energie verlassen und mit so wenig bin ich wieder zurückgekommen. Nicht, weil es nicht wunderschön war in Deutschland, sondern der Schmerz, der in mir ist, sich von so vielen tollen Menschen erneut sich zu verabschieden. Ein drittes Mal.

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Ich hoffe heute Nachmittag, nachdem ich mein Jetlag auskuriert habe, sieht
die Welt wieder anders aus &#8230; auch wenn ich weiß, dass ich wieder Tage
brauchen werde zu dem &#8220;Flow&#8221; zurück zu kommen, den ich hatte bevor
ich in der Heimat war.

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Gute Nacht.

<!-- /wp:paragraph -->

<!--EndFragment-->]]></content:encoded>
					
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		<title>Grenzübergang Iran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2018 18:30:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzübergang]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein sicherlich interessanter Einblick in meine Grenzerfahrung Armenien / Iran. Vorbereitung ist alles, oder doch nicht? Wie so oft kommt es anders als erwartet. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein Smartphone vibrierte. Mein Vater fragte: „<em>Wann wirst Du die Grenze zum Iran überqueren?</em>“ „<em>In wenigen Minuten</em>“, antwortete ich. Ich stand noch auf armenischer Seite und räumte gerade Berta auf, da ich mich auf die Ausräum-Aktion auf iranischer Seite so gut es geht „vorbereiten“ wollte. Weitere Nachrichten von meinem Vater trudelten ein … „<em>Sei vorsichtig, wenn Du alles ausräumen musst!</em>“, „<em>Sei immer dabei und schließe Berta ab, wenn Sie Deine Sachen durchsuchen!</em>“. „<em>Ja Papa, es wird schon alles gut gehen.</em>“, textete ich zurück, froh, noch überhaupt eine Internetverbindung zu haben. </p>



<p>Dennoch war es mein erster Grenzübergang der ein Unwohlsein in mir Hervorruf.&nbsp; Es war dieses mal keine reine Neugier, die ich verspürte. Es war in der Tat ein großes Maß an Respekt, den ich in mir hatte vor dem, was in den nächsten Stunden alles passieren kann. Ich selber sagte mir: Egal was passiert, Du wirst es schaffen! Come on, es ist nur ein Grenzübergang! Welche wirklichen Alternative hätte ich? Umdrehen? Niemals =)</p>



<p>Viele Artikel, die ich mir zwecks Vorbereitung zu diesem Grenzübergang durchgelesen hatte, besagten, dass dieser Übergang zu einen der langwierigsten und kompliziertesten gehört. Nicht selten verlangen die Beamten das Ausräumen des kompletten Reisemobiles, was bei mir Stunden dauern würde. Anschließend werden alle ausgeräumten Gegenstände mit einem Scanner sorgfältig durchleuchtet. Na super, darauf hab ich ja Lust, dachte ich mir. Vor allem bei dem Wetter – es war bewölgt und jede Sekunde könnte es anfangen zu regnen. </p>



<p>Zusätzlich wird bei europäischen Staatsbürgern ein Visum benötigt, welches ich mir vorab in Ankara besorgt hatte. Freilich brauchte auch mein Baby so etwas &#8211; ein sogenanntes „<a href="https://www.adac.de/reise_freizeit/ratgeber_reisen/fahrzeug_reisen/carnet_de_passage/default.aspx">Carnet de Passage</a>“. Iran lässt sich da nicht lumpen und verlangt prozentual zum aktuellen Wert des Reisemobiles eine nette hinterlegte finanzielle Summe bei einem Treuhändler. Sonst heißt es ganz schnell an der Grenze: „Du kommst hier nicht rein.“. Zusätzlich brauchen beide eine Krankenversicherung und selbstverständlich bitte nicht vergessen zu Lächeln bei dem Betreten des freien Landes =)</p>



<p>Nun, mit der Ungewissheit was mich erwartet, startet ich den Motor, fuhr noch bei einem Müllcontainer vorbei um den morgendlichen „Restabfall“ zu entsorgen und machte mich auf in Richtung armenische / iranische Grenze. </p>



<p>Angekommen an der ersten Schranke und nach kurzem Vorzeigen meines zuvor erhaltenen Grenzdokumentes für Berta an der georgischen / armenischen Grenze, durfte ich passieren. Das doch so wichtige Dokument wurde nicht wirklich geprüft, obwohl mir zuvor versichert wurde, wenn ich dieses verlieren würde, wird es schwer für Berta das Land zu verlassen. Nun gut, jede passierte Schranke ist ein Gewinn bei meinem heutigen Vorhaben. </p>



<p>Ein Strom voller Reisender, die die Grenze passieren wollten, war nicht zu erkennen. Wieso nicht, fragte ich mich? Wollen alle das Land verlassen statt einzureisen? Es war doch Freitag und nicht Wochenende. Sind Reisende überhaupt willkommen? Ich weiß es nicht, hoffe es aber inständig <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich fragte bei den vorbeilaufenden Menschen, die ich finden konnte, wo ich als nächstes hin muss ..</p>



<p>Gefunden &#8211; nach Kontrolle meines Reisepasses und einem flüchtigen Blicken auf mein Baby, wurden wir gebeten weiter zu fahren. Aber wohin? Alles was wir sahen war ein Zaun mit einem mehrfach verschlossenen Tor. Doch wie mir die Grenzbeamten mehrfach versicherten, ist das mein Weg in den Iran. Wartend vor dem Tor, kamen nach einiger Zeit zwei Grenzbeamte, kontrollierten erneut meinen Reisepass, öffneten das Tor und zeigten meinen nächsten Stop. Bin ich nun bereits auf iranischer Seite? War es das schon? Wieso bin ich hier immer noch ganz alleine? Bei allen anderen Grenzübergängen teilte ich den spärlichen Platz im Nimmernsland von A nach B mit so vielen Gleichgesinnten&#8230;</p>



<p>Am nächsten Stop angekommen, realisierte ich, dass ich bis dato noch kein Ausreisestempel von Armenien in meinem Reisepass hatte. Hektisch fragte ich den Grenzbeamten nach und bevor ich die Frage hätte fertig formulieren konnte, war der Stempel auch schon im Pass. Check! </p>



<p>Erleichtert fuhr ich nun weiter in Richtung Grenzfluss. Ein letztes mal wurde mein Reisepass kontrolliert und ein herzliches „Goodbye“ empfing uns. Ich bedankte mich und führ auf die Brücke. Unter mir topte der Fluss von den Regenfällen der letzten Tage. Das Wasser war braun aufgrund der Wassermengen, die sich den Fluss hinunter drängten. War das mein iranisches Willkommens-Geschenk? Oder mein armenisches Abschiedsgeschenk? Ich war mir unsicher <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Da die Stimmung mich nicht einlud eine Pause einzulegen, fuhr ich ohne zu halten über die Brücke. Ich passierte einen Militärposten auf iranischer Seite und fuhr weiter bis zu meiner ersten iranischen Schranke. Ich stieg aus und fragte mich bist zur iranische Passkontrolle durch. So wirklich ersichtlich war es nicht wo ich diese finden würde &#8230;. ich konnte keine Schilder finden oder sonstiges. Nachbetrachtet kann es auch sein, dass ich sie übersehen habe vor lauter Aufregung =) In jedem Land wird eine Passkontrolle leider etwas anders gehandhabt. Wahrscheinlich deswegen, dass bloß keine „Routine“ bei den Overlandern eintreten kann. Anders kann ich es mir sonst wirklich nicht erklären =)</p>



<p>Als ich endlich mein Stempel im Reisepass hatte und ich dem Grenzbeamten verdeutlichen konnte, dass ich eine weltweite Reiseversicherung besitze und keine iranische bräuchte, musste ich wieder den gleichen Weg zurück gehen statt weiter, wie man das normalerweise bei internationalen Passkontrollen kennt. Gefühlt sind auch alle anderen Grenzgänger ein- und ausspaziert, ohne eine Passkontrolle, wie sie wollten. Naja, anderes Land, andere Sitten. </p>



<p>Ich kehrte zu wartenden Berta zurück, gab einem weiteren Grenzbeamten die notwendigen Antworten auf gestellte Fragen und durfte die erste Schranke auf iranischer Seite passieren. Anschließend wurde ich gebeten mit Berta durch einen Auto-Scanner zu fahren – ja, die gibt es wirklich! Sie sehen aus wie Personenscanner am Flughafen, halt nur viel größer <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Jetzt wirst ernst! </p>



<p>Im langsamen Tempo habe ich mich dem Scanner genähert. Es gab keine Anweisungen oder Sonstiges, die ich zu befolgen hatte. Ich wusste nichtmal wirklich wie schnell ich fahren durfte oder ob ich an einem bestimmten Punkt stoppen muss. Die Schilder, wo vermutlich Anweisungen drauf standen, konnte ich nicht entziffern dang persischer Sprache. Sahen auf jedenfall lustig aus <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich versuchte diese Situation so gut es geht zu meistern und fuhr nach eigenen Ermessen in den Scanner in Schrittgeschwindigkeit. </p>



<p>Am Ende angekommen, empfing mich ein Iraner. „<em>Salam. Bist Du das erste Mal im Iran?</em>“. Ich erwiderte „<em>Ja</em>“, immer noch verwirrt vom Scanner und fragend, ob ich alles richtig gemacht habe. Er zeigte mir mein Parkplatz und ich sollte ihm anschließend folgen, inkl. aller Dokumente. Aller Dokumente? Was sind &#8220;alle Dokumente&#8221; für ihn, dachte ich mir. Das fängt ja gut an. Ich folge ihm mit all meinen Dokumenten, die ich unter &#8220;alle&#8221; verstand, in das wohl kleinste Grenzhäuschen das ich je gesehen habe. Er bot mir als erstes ein Tee an, welchen ich dankend bei den Temperaturen um den 0 Punkt annahm. </p>



<p>Wir plauderten anschließend den normalen Small, was man so auf Grenzkontrollen halt plaudert. Anschließend bot er mir an, dass ich einen Grenzbeamten zur Verfügung stellen bekomme, der all meine Fragen beantwortet während des Grenzüberganges. Ich atmete kurz durch. Das Angebot auszuschlagen, wäre a) sicherlich keine freundliche Art gewesen, und wie ich dachte, brauche ich jede Hilfe die ich bekommen kann. Ich erwiderte seine Frage somit mit Ja. </p>



<p>Wie sich herausstellte, war er der Grenzbeamte, der mir zur
Seite steht. Ein freundlicher Kerl, zwei Kinder, verheiratet und in meinem
Alter. Wir quatschten über Gott und die Welt, während wir zur ersten Station
über das Grenzgelände schlenderten, meine Aufregung schwand. „Bitte gib ihm
Dein Reisepass“, sagte er. Gesagt, getan. Die Prüfung, oder was auch immer dort
gemacht wurden, überbrückten wir mit gegenseitigen Erfahrungsaustauschen
unserer Heimatländer. </p>



<p>Ich bekam mein Reisepass wieder. Wir gingen zurück zu Berta,
wo bereits zwei weitere Grenzbeamte auf uns warteten. „Bitte öffnen Sie die
Türen ihres Autos“ hieß es nun. Okay, das schaff ich gerade noch so. Ich
öffnete zusätzliche paar Schränke auf Nachfrage, erklärte was ich vorhabe und
wo die Reise hingehen würde. Die Beamten schauten sich einige Bereiche von
Berta genau an, aber mehr „kam da nicht“. Die gesamte Prozedur dauerte wenige
Minuten. Ich habe mich auf vieles vorbereitet, aber auf solch eine „Kontrolle“
nicht. Auch das Überführen von Alkohol oder Fleisch, was streng verboten ist im
Iran, wurde nicht einmal abgefragt. Wäre das nicht jetzt der richtige Zeitpunkt
gewesen, dachte ich mir? Nun gut. Man forderte mich auf, die Türen wieder zu
schließen. Die Frage „Wollen Sie noch ein Tee?“ wurde mir erneut gestellt.
Klar, wieso nicht?</p>



<p>Während ich meinen zweiten Tee genoss, begann einer der
Grenzbeamte mein „Passage de Carnet“ auszufüllen. Anscheint kein unbekanntes
Dokument für den Grenzbeamten. Das freute mich, da ich es ihm nicht hätte
wirklich erklären können, wenn er mich gefragt hätte. Während meiner Tee-Unterhaltung,
schlenderten einige andere Grenzgänger in das Büro und holten sich Quittungen
ab. Quittungen für was? Für mich fühlte sich das so an, als ob das ein ganz
normaler Büro-Gang wäre für diese Personen. Man kannte sich dort anscheint
gegenseitig sehr gut. Wie eine große Familie – und ich mitten drinne. So tuend,
als ob ich mit dazugehöre, um das Prozedere heil zu überstehen, versuchte ich
mich so gut es geht in die Diskussion zu integrieren. Mehr als Lächeln viel mir
aber nicht ein, da bei dieser Diskussion kein Englisch gesprochen wurde. </p>



<p></p>
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