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	<title>Grenzübergang &#8211; Sebventure</title>
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	<title>Grenzübergang &#8211; Sebventure</title>
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		<title>Grenzübergang Iran</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2018 18:30:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzübergang]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein sicherlich interessanter Einblick in meine Grenzerfahrung Armenien / Iran. Vorbereitung ist alles, oder doch nicht? Wie so oft kommt es anders als erwartet. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein Smartphone vibrierte. Mein Vater fragte: „<em>Wann wirst Du die Grenze zum Iran überqueren?</em>“ „<em>In wenigen Minuten</em>“, antwortete ich. Ich stand noch auf armenischer Seite und räumte gerade Berta auf, da ich mich auf die Ausräum-Aktion auf iranischer Seite so gut es geht „vorbereiten“ wollte. Weitere Nachrichten von meinem Vater trudelten ein … „<em>Sei vorsichtig, wenn Du alles ausräumen musst!</em>“, „<em>Sei immer dabei und schließe Berta ab, wenn Sie Deine Sachen durchsuchen!</em>“. „<em>Ja Papa, es wird schon alles gut gehen.</em>“, textete ich zurück, froh, noch überhaupt eine Internetverbindung zu haben. </p>



<p>Dennoch war es mein erster Grenzübergang der ein Unwohlsein in mir Hervorruf.&nbsp; Es war dieses mal keine reine Neugier, die ich verspürte. Es war in der Tat ein großes Maß an Respekt, den ich in mir hatte vor dem, was in den nächsten Stunden alles passieren kann. Ich selber sagte mir: Egal was passiert, Du wirst es schaffen! Come on, es ist nur ein Grenzübergang! Welche wirklichen Alternative hätte ich? Umdrehen? Niemals =)</p>



<p>Viele Artikel, die ich mir zwecks Vorbereitung zu diesem Grenzübergang durchgelesen hatte, besagten, dass dieser Übergang zu einen der langwierigsten und kompliziertesten gehört. Nicht selten verlangen die Beamten das Ausräumen des kompletten Reisemobiles, was bei mir Stunden dauern würde. Anschließend werden alle ausgeräumten Gegenstände mit einem Scanner sorgfältig durchleuchtet. Na super, darauf hab ich ja Lust, dachte ich mir. Vor allem bei dem Wetter – es war bewölgt und jede Sekunde könnte es anfangen zu regnen. </p>



<p>Zusätzlich wird bei europäischen Staatsbürgern ein Visum benötigt, welches ich mir vorab in Ankara besorgt hatte. Freilich brauchte auch mein Baby so etwas &#8211; ein sogenanntes „<a href="https://www.adac.de/reise_freizeit/ratgeber_reisen/fahrzeug_reisen/carnet_de_passage/default.aspx">Carnet de Passage</a>“. Iran lässt sich da nicht lumpen und verlangt prozentual zum aktuellen Wert des Reisemobiles eine nette hinterlegte finanzielle Summe bei einem Treuhändler. Sonst heißt es ganz schnell an der Grenze: „Du kommst hier nicht rein.“. Zusätzlich brauchen beide eine Krankenversicherung und selbstverständlich bitte nicht vergessen zu Lächeln bei dem Betreten des freien Landes =)</p>



<p>Nun, mit der Ungewissheit was mich erwartet, startet ich den Motor, fuhr noch bei einem Müllcontainer vorbei um den morgendlichen „Restabfall“ zu entsorgen und machte mich auf in Richtung armenische / iranische Grenze. </p>



<p>Angekommen an der ersten Schranke und nach kurzem Vorzeigen meines zuvor erhaltenen Grenzdokumentes für Berta an der georgischen / armenischen Grenze, durfte ich passieren. Das doch so wichtige Dokument wurde nicht wirklich geprüft, obwohl mir zuvor versichert wurde, wenn ich dieses verlieren würde, wird es schwer für Berta das Land zu verlassen. Nun gut, jede passierte Schranke ist ein Gewinn bei meinem heutigen Vorhaben. </p>



<p>Ein Strom voller Reisender, die die Grenze passieren wollten, war nicht zu erkennen. Wieso nicht, fragte ich mich? Wollen alle das Land verlassen statt einzureisen? Es war doch Freitag und nicht Wochenende. Sind Reisende überhaupt willkommen? Ich weiß es nicht, hoffe es aber inständig <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich fragte bei den vorbeilaufenden Menschen, die ich finden konnte, wo ich als nächstes hin muss ..</p>



<p>Gefunden &#8211; nach Kontrolle meines Reisepasses und einem flüchtigen Blicken auf mein Baby, wurden wir gebeten weiter zu fahren. Aber wohin? Alles was wir sahen war ein Zaun mit einem mehrfach verschlossenen Tor. Doch wie mir die Grenzbeamten mehrfach versicherten, ist das mein Weg in den Iran. Wartend vor dem Tor, kamen nach einiger Zeit zwei Grenzbeamte, kontrollierten erneut meinen Reisepass, öffneten das Tor und zeigten meinen nächsten Stop. Bin ich nun bereits auf iranischer Seite? War es das schon? Wieso bin ich hier immer noch ganz alleine? Bei allen anderen Grenzübergängen teilte ich den spärlichen Platz im Nimmernsland von A nach B mit so vielen Gleichgesinnten&#8230;</p>



<p>Am nächsten Stop angekommen, realisierte ich, dass ich bis dato noch kein Ausreisestempel von Armenien in meinem Reisepass hatte. Hektisch fragte ich den Grenzbeamten nach und bevor ich die Frage hätte fertig formulieren konnte, war der Stempel auch schon im Pass. Check! </p>



<p>Erleichtert fuhr ich nun weiter in Richtung Grenzfluss. Ein letztes mal wurde mein Reisepass kontrolliert und ein herzliches „Goodbye“ empfing uns. Ich bedankte mich und führ auf die Brücke. Unter mir topte der Fluss von den Regenfällen der letzten Tage. Das Wasser war braun aufgrund der Wassermengen, die sich den Fluss hinunter drängten. War das mein iranisches Willkommens-Geschenk? Oder mein armenisches Abschiedsgeschenk? Ich war mir unsicher <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Da die Stimmung mich nicht einlud eine Pause einzulegen, fuhr ich ohne zu halten über die Brücke. Ich passierte einen Militärposten auf iranischer Seite und fuhr weiter bis zu meiner ersten iranischen Schranke. Ich stieg aus und fragte mich bist zur iranische Passkontrolle durch. So wirklich ersichtlich war es nicht wo ich diese finden würde &#8230;. ich konnte keine Schilder finden oder sonstiges. Nachbetrachtet kann es auch sein, dass ich sie übersehen habe vor lauter Aufregung =) In jedem Land wird eine Passkontrolle leider etwas anders gehandhabt. Wahrscheinlich deswegen, dass bloß keine „Routine“ bei den Overlandern eintreten kann. Anders kann ich es mir sonst wirklich nicht erklären =)</p>



<p>Als ich endlich mein Stempel im Reisepass hatte und ich dem Grenzbeamten verdeutlichen konnte, dass ich eine weltweite Reiseversicherung besitze und keine iranische bräuchte, musste ich wieder den gleichen Weg zurück gehen statt weiter, wie man das normalerweise bei internationalen Passkontrollen kennt. Gefühlt sind auch alle anderen Grenzgänger ein- und ausspaziert, ohne eine Passkontrolle, wie sie wollten. Naja, anderes Land, andere Sitten. </p>



<p>Ich kehrte zu wartenden Berta zurück, gab einem weiteren Grenzbeamten die notwendigen Antworten auf gestellte Fragen und durfte die erste Schranke auf iranischer Seite passieren. Anschließend wurde ich gebeten mit Berta durch einen Auto-Scanner zu fahren – ja, die gibt es wirklich! Sie sehen aus wie Personenscanner am Flughafen, halt nur viel größer <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Jetzt wirst ernst! </p>



<p>Im langsamen Tempo habe ich mich dem Scanner genähert. Es gab keine Anweisungen oder Sonstiges, die ich zu befolgen hatte. Ich wusste nichtmal wirklich wie schnell ich fahren durfte oder ob ich an einem bestimmten Punkt stoppen muss. Die Schilder, wo vermutlich Anweisungen drauf standen, konnte ich nicht entziffern dang persischer Sprache. Sahen auf jedenfall lustig aus <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich versuchte diese Situation so gut es geht zu meistern und fuhr nach eigenen Ermessen in den Scanner in Schrittgeschwindigkeit. </p>



<p>Am Ende angekommen, empfing mich ein Iraner. „<em>Salam. Bist Du das erste Mal im Iran?</em>“. Ich erwiderte „<em>Ja</em>“, immer noch verwirrt vom Scanner und fragend, ob ich alles richtig gemacht habe. Er zeigte mir mein Parkplatz und ich sollte ihm anschließend folgen, inkl. aller Dokumente. Aller Dokumente? Was sind &#8220;alle Dokumente&#8221; für ihn, dachte ich mir. Das fängt ja gut an. Ich folge ihm mit all meinen Dokumenten, die ich unter &#8220;alle&#8221; verstand, in das wohl kleinste Grenzhäuschen das ich je gesehen habe. Er bot mir als erstes ein Tee an, welchen ich dankend bei den Temperaturen um den 0 Punkt annahm. </p>



<p>Wir plauderten anschließend den normalen Small, was man so auf Grenzkontrollen halt plaudert. Anschließend bot er mir an, dass ich einen Grenzbeamten zur Verfügung stellen bekomme, der all meine Fragen beantwortet während des Grenzüberganges. Ich atmete kurz durch. Das Angebot auszuschlagen, wäre a) sicherlich keine freundliche Art gewesen, und wie ich dachte, brauche ich jede Hilfe die ich bekommen kann. Ich erwiderte seine Frage somit mit Ja. </p>



<p>Wie sich herausstellte, war er der Grenzbeamte, der mir zur
Seite steht. Ein freundlicher Kerl, zwei Kinder, verheiratet und in meinem
Alter. Wir quatschten über Gott und die Welt, während wir zur ersten Station
über das Grenzgelände schlenderten, meine Aufregung schwand. „Bitte gib ihm
Dein Reisepass“, sagte er. Gesagt, getan. Die Prüfung, oder was auch immer dort
gemacht wurden, überbrückten wir mit gegenseitigen Erfahrungsaustauschen
unserer Heimatländer. </p>



<p>Ich bekam mein Reisepass wieder. Wir gingen zurück zu Berta,
wo bereits zwei weitere Grenzbeamte auf uns warteten. „Bitte öffnen Sie die
Türen ihres Autos“ hieß es nun. Okay, das schaff ich gerade noch so. Ich
öffnete zusätzliche paar Schränke auf Nachfrage, erklärte was ich vorhabe und
wo die Reise hingehen würde. Die Beamten schauten sich einige Bereiche von
Berta genau an, aber mehr „kam da nicht“. Die gesamte Prozedur dauerte wenige
Minuten. Ich habe mich auf vieles vorbereitet, aber auf solch eine „Kontrolle“
nicht. Auch das Überführen von Alkohol oder Fleisch, was streng verboten ist im
Iran, wurde nicht einmal abgefragt. Wäre das nicht jetzt der richtige Zeitpunkt
gewesen, dachte ich mir? Nun gut. Man forderte mich auf, die Türen wieder zu
schließen. Die Frage „Wollen Sie noch ein Tee?“ wurde mir erneut gestellt.
Klar, wieso nicht?</p>



<p>Während ich meinen zweiten Tee genoss, begann einer der
Grenzbeamte mein „Passage de Carnet“ auszufüllen. Anscheint kein unbekanntes
Dokument für den Grenzbeamten. Das freute mich, da ich es ihm nicht hätte
wirklich erklären können, wenn er mich gefragt hätte. Während meiner Tee-Unterhaltung,
schlenderten einige andere Grenzgänger in das Büro und holten sich Quittungen
ab. Quittungen für was? Für mich fühlte sich das so an, als ob das ein ganz
normaler Büro-Gang wäre für diese Personen. Man kannte sich dort anscheint
gegenseitig sehr gut. Wie eine große Familie – und ich mitten drinne. So tuend,
als ob ich mit dazugehöre, um das Prozedere heil zu überstehen, versuchte ich
mich so gut es geht in die Diskussion zu integrieren. Mehr als Lächeln viel mir
aber nicht ein, da bei dieser Diskussion kein Englisch gesprochen wurde. </p>



<p></p>
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