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	<description>Solo traveling around the world</description>
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		<title>Weihnachten 2019</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Dec 2019 11:58:48 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Boracay]]></category>
		<category><![CDATA[Philipinnen]]></category>
		<category><![CDATA[Typhoon]]></category>
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					<description><![CDATA[Ich plante mein diesjähriges Weihnachtsfest im Paradies zu verbringen. Als ich angekommen war, wurde aus den paradiesischen Weihnachten ein verrücktes Abenteuer … ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es war Anfang Dezember, als ich folgende Nachricht erhalten hatte: „<em>Hello, this is Mei your host. I hope everything is going well with you. There is a tropical storm coming in the Philippines today. Please be ready with your food stocks if heavy rain and flooding occurs. Also make sure that your battery phone is charged and the emergency lights charged. Thank you</em>“ „Die wissen schon, wovon sie reden“, dachte ich mir, und befolgte brav die Ratschläge. Es war Mango als Grundnahrungsmittel vorgesehen und ich habe natürlich meine technischen Mitbringsel alle brav aufgeladen. Als es dann so weit war, haben wir das Spektakel aus dem 2. Stock heraus beobachtet. Es hat heftig gestürmt, der Wind hat heftig um das Haus gepeitscht und die Palmen haben sich so sehr gebogen, dass ich dachte, dass am nächsten Morgen keine Einzige mehr senkrecht im Boden stehen würde. Wer schon einmal ein Typhoon miterlebt hat, weiß wovon ich rede <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Nun, als es dann vorbei war, haben wir der Insel eine Inspektion abgestattet. Mein Bericht würde lauten, sofern ich einen schreiben müsste: Mittel schwere Überflutung der Insel und einige Palmenblätter sind abgebrochen. That’s it! Im Großen und Ganzen, wenn man berücksichtigt wie es die Nacht hier gestürmt hatte, nicht wirklich tragisch &#8230; und wenn man auf den Philippinen wohnt, ist ein solcher Typhoon sicherlich schon eine „relativ“ normale Naturerscheinung. Aber nicht für mich, es war quasi mein erstes Mal <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Es ist nun kurz vor Weihnachten &#8230; von den letzten Typhoon Hinterlassenschaften ist weit und breit nichts mehr zu sehen &#8230; außer eventuell auf den digitalen Kanälen. Aber es ist wieder Normalität auf der Insel eingekehrt und alles ist so wie es sein sollte. </p>



<p>Es war der 20. Dezember, als mir jemand beim Kiten mitgeteilt hat: „Hast Du schon gehört, dass wieder er ein Typhoon auf uns zu kommen wird … dieses Mal soll er sehr wahrscheinlich am 24. Dezember auf der Insel eintreffen.“. „What?“ Dachte ich mir… und ebenfalls dachte ich mir: „Was bedeutet das für meine Freundin, die bereits vom 25. ein Flugticket zurück nach Manila (Hauptstadt der Philippinen) um am 26. nach London gebucht hatte? Klappt das alles wie geplant?“ Nun, als alter Typhoon Hase, habe ich der Sache gelassen ins Auge geschaut und bin erst einmal wieder ins Wasser gesprungen, um meine Kite-Skills zu verbessern …</p>



<p>Am Abend widmete ich mich dann dem Thema und fand schnell heraus. Das Augen vom „Phanfone“, so der nette Name des Typhoons, geht direkt über unsere kleine aber feine Insel, die wir uns vor einigen Monaten als Residenz ausgesucht hatten. Das nenne ich Jackpot&#8230; genau die Insel von den insgesamt 7641 auf Philippinen auszusuchen, wo das Auge drüberzieht. KLAR, wieso auch nicht? Ich liebe ja das Abenteuer, aber muss es dann gleich wieder so etwas sein? Schnell wurde mir klar, dass wir hier etwas mehr Planung und Vorbereitung brauchen als beim letzten Mal … und wie der Zufall so will, kam direkt die führsorgliche Nachricht vom Vermieter. Ha, Copy&amp;Paste Nachricht, erwischt, dachte ich mir &#8230; egal. Wir entschieden uns, dass meine Freundin bereits am 24. nach Manila fliegt, da wir uns unsicher waren ob der Flug am 25. wirklich stattfinden wird. </p>



<p>Nun, es war endlich Weihnachten, wir hatten gerade vormittags.
Meine Freundin hat sich von unseren lieb gewonnen Freunden schweren Herzens verabschiedet
und wir sind bereits auf den Weg zum Flughafen von Caticlan, einer benachbarten
Insel von Boracay. Als wir an der Fähre gegen späten Mittag angekommen waren
und ich die Jungs fragte, wann heute die letzte Fähre zurück nach Boracay geht
würde, so bekam ich als Antwort: Gegen 18 Uhr. Cool, 5 Stunden Zeit, das packe
ich locker und bin mit auf Fähre gehüpft. Nachdem ich meine Freundin zum
Flughafen gebracht hatte, bin ich anschließend entspannt zurück zum Hafen
gelaufen. Am Ticket-Schalter angekommen, heiß es dann plötzlich: Es tut uns sehr
leid, aber die Küstenwache hat Signal-Stufe 2 ausgerufen und somit alle
Schiffs-Verbindungen zwischen Caticlan und Boracay vorläufig eingestellt. Was
zur Hölle, dachte ich mir… Ich wartet anschließend zwei Stunden, in der
Hoffnung, dass die Küstenwache zur Besinnung kommt, da hier bereits tausende
Urlauber darauf warteten nach Boracay zu kommen. Und dann die ernüchternde offizielle
Meldung: Der Schiffs-Verkehr wird aufgrund des kommenden Typhoons auf unbestimmte
Zeit komplett eingestellt. Da war also das Worst-case scenario, welches seit
zwei Stunden in meinem Kopf herumgeistert. Gestrandet auf Caticlan, am
Heilig-Abend. Ich hatte NICHTS dabei, außer ein fast leeres Handy, 3.000 Pesos
(umgerechnet ca. 55€) und das in einem so richtig „miesen“ Urlauber-Outfit.</p>



<p>Meine Stimmung sank minütlich immer tiefer… Wieso muss mir gerade
so etwas passieren, fragte ich mich &#8230; oder wieso bin ich so blöd und fahre
mit nach Caticlan, wenn ich die Situation doch schon erkannt hatte? Aber all
das brachte mir gerade nichts mehr … die Situation war hoffnungslos. Ich
entschloss mich los zu laufen und fragte am Hafen noch paar Kapitäne, ob sie
eventuell doch fahren würden und mich mitnehmen könnten. Fehlanzeige … keine
Chance. Ich öffnete Google und suchte mit ein <s>beschissenes</s> (weniger
gutes) Hotel aus, was mich hoffentlich einchecken lässt, auch ohne Reisepass. </p>



<p>Auf der Suche nach einem Hotel entdeckte ich einen weiteren
Hafen in der Nähe … etwas außerhalb und deutlich kleiner. Ist das eventuell
doch noch mein Rückfahrt-Ticket an Heilig-Abend nach Boracay?? Da ich nichts Besseres
zu tun hatte, wollte ich dort mein Glück versuchen und bin losgelaufen … Es
hatte bereits angefangen zu Regnen. Quasi der Vorbote vom Bösen, der uns so
mitteilen wollte: Ich komme. Fuck, ja, ich habe es verstanden &#8230; und meine Aussicht,
von dieser Insel noch herunter zu kommen, sank damit quasi weiter um jede
Minute. Nach einer dreiviertel Stunde Fußmarsch bin ich dann endlich am Hafen
angekommen. Weit und breit nichts zu sehen … keine Menschen, keine Schiffe. Gar
nichts. Außer das Militär, das voll bewaffnet da Stand und auf irgendwas
aufpasste. Shit! Mein Glück hat mich verlassen. Definitiv. Gemütszustand: Zero.
</p>



<p>Als ich mich dann am Hafen umgesehen hatte, sah ich auf der
rechten Seite einige Fischer-Boote, die bereits am Stand vor dem Typhoon in
Sicherheit gebracht wurden. Ich dachte mir: Eventuell finde ich ja einen verrückten
Fischer, der mich zur Insel bringen könnte. Also bin ich losgelaufen und fand
einige Fischer, denen ich meine Situation erklärte. Ich kam schnell zur
Erkenntnis, dass der Transport, sofern die Küstenwache den Schiffs-Verkehr
eingestellt hat, für die Fischer strafbar ist und mit hohen Geldstrafen
bestraft werden würde. Ich fragte, was „hoch“ bedeutet um bekam als Antwort:
Ca. 8-10.000 Pesos (umgerechnet 180 €), der Fischer verliert seine Lizenz und
das Boot wird beschlagnahmt. Sweet :/</p>



<p>Da ich aber einen „verrückten“ Fischer suchte, der sich etwas Kleingeld dazu verdienen wollte und das Abenteuer sucht, bin ich also weiter gezogen… Aufgeben war für mich keine Option! Und siehe da, nach gut zwei Stunden und bereits mitten im Jungle angekommen, hatte ich tatsächlich einen Fischer gefunden, der es versuchen wollten… YEAH! Da es bereits fast dunkel war und die Küstenwache auf dem Wasser patrouillierte, war es zu heikel direkt los zu fahren … und somit fuhr der Fischer erst einmal alleine los um die Lage zu checken und ebenfalls einen Strand auf Boracay zu finden, wo die Küstenwache aktuell keine Wachposten aufgestellt hatten. Der Fischer kam zurück und dann ging es plötzlich ganz schnell. Es war das kleinste Boot was ihr euch vorstellen könnt, quasi maximal Platz für zwei Personen … also der Fischer am Steuer und ich vorne im Rumpf. Ich legte mich so tief in den Rumpf wie nur möglich und deckte mich mit einer Plastikplane zu, damit ich für die Küstenwache nicht zu sehen war. Los ging das Abenteuer! Das Meer war bereits rau und mein Herz raste mittlerweile mit einem Puls, der definitiv Weltrekordverdächtig war! Fuck, was tu ich hier eigentlich, dachte ich mir … Ich fand ein kleines Loch in der Plastikplane und konnte so den Fischer beobachten. Der Stand mit beiden Beinen hinten auf dem Boot, in der einen Hand eine Zigarette und in der anderen Hand das Steuer. Fuck, was geht mit dem Typen bitte? Mir geht der Arsch auf Grundeis, wir können jede Sekunde von der Küstenwache erwischt werden und der hatte die Ruhe weg. Plötzlich wurde das Boot langsamer &#8230; wir waren Gefühl nur paar Minuten unterwegs. Keine Ahnung, ich hatte so gar kein Zeitgefühl mehr … „Sir, please come out“ rufte der Fischer zu mir. Ich dachte mir: Shit, die Küstenwache hat uns gestoppt! Jetzt ist alles vorbei. Ich zog vorsichtlich die Plane zur Seite und stellte glücklicherweise fest: Wir sind bereits am Strand von Boracay! Weit und breit keine Küstenwache. Boah, habe ich mich gefreut! Unglaublich! Ich hatte dem Fischer bereits mein ganzes Geld vorab gegeben gehabt, mich anschließend tausendmal bedankt, bin aus dem Schiff gesprungen und bin um mein Leben gerannt um in „Deckung“ zu gehen. Shit, ich sage euch, ich habe mich gefühlt wie die Amerikaner in der Normandie! </p>



<p>Ich lief nun langsam zurück zu meiner Unterkunft… komplett
durchnässt, dreckig vom Rumpf des Schifferbootes, 0 Akku, 0 Money … was ein Abenteuer!
Ich war froh, dass ich sicher angekommen war, wenn gleich ich auch an die
anderen tausenden Reisende denken musste, die jetzt in Caticlan gestrandet sind
und sicherlich keinen verrückten Fischer gefunden hatten um auf die Insel zu
kommen :/</p>



<p>Jetzt hieß es aber direkt: Vorbereitungen für den Typhoon treffen. Ich habe mir wieder Geld besorgt, habe unzählige Mangos eingekauft und anschließend bin ich zum Heilig-Abend Dinner ausgegangen. Yeah, schön war es! Weiter ging es zur ersten Bar, dann zur zweiten und irgendwann nachts um 5 Uhr bin ich dann Hause getorkelt. Was für ein ereignisreicher Tag. Weit und breit kein Typhoon in Sicht. Ha, falscher Alarm &#8230; und bin tot müde ins Bett gefallen.</p>



<p>Keine zwei Stunden später wurde ich von lauten Geräuschen geweckte. Da war er nun &#8230; der liebe Typhoon, auf den alle gewartet hatten und mir das Leben bereits vor Ankunft schwer gemacht hatte. Shit, der Typhoon hat es in sich &#8230; deutlich mehr Kraft als der Vorherige, das war zu spüren. Ich saß also am Fenster, betrachtete das Spektakel und bettete, dass jeder da draußen eine sichere Unterkunft gefunden hatte. Verrückte Welt, dachte ich mir &#8230; und war froh in meinen 4 Wänden zu sein und nicht irgendwo in einem Hotel-Zimmer mit einfach rein gar nichts bei mir. </p>



<p>Ja, ich war natürlich noch tot müde, konnte aber nicht schlafen, weil es einfach unfassbar laut war. Also habe ich angefangen den einzigen Film auf meinem Laptop zu schauen, den ich hätte schauen können, da er offline zur Verfügung stand: Transformers, der Erste. Ein Klassiker, den man sich ja auch öfters anschauen kann &#8230; Die Müdigkeit riss mich dann aber doch irgendwann in den Schlaf, da es draußen langsam ruhiger geworden war .. </p>



<p>Plötzlich wurde ich wieder aus dem Schlaf gerissen. Dieses Mal, weil ich am Kopf nass wurde! Fuck! Panik! Adrenalin schoss durch meinen ganzen Körper. Der Typhoon wütete wieder erbarmungslos und ich konnte draußen noch weniger erkennen als vorher. Ich stellte fest, dass der Typhoon mit unfassbarem Druck Wasser durch die Fenster Rahmen drückte… krass! Einfach unglaublich! Ich wollte ein Handtuch holen und stellte fest: Mein ganzes Zimmer ist mit Wasser geflutet. What the hell? Ich bin im zweiten Stockwerk … wie bitte geht das!? Ich traf schnell die Entscheidung das mit dem Handtuch sein zu lassen, brachte alles Wichtige was noch nicht nass war in Sicherheit und zog mein Bett in die Mitte des Raumes. Puh. Verrückt. Nun hieß es mal wieder abwarten und beten … und somit schaute ich Transformers weiter und bin dann wieder irgendwann erneut eingeschlafen vor lauter Müdigkeit … </p>



<p>Am späten Nachmittag, als der Typhoon sich dann endlich verabschiedete hatte, wagte ich ein Blick vor die Tür. Ich bin ca. zwei Stunden über die Insel gelaufen und musste feststellen, dass es schwere Überschwemmungen auf der kompletten Insel gab sowie starke Verwüstungen, insbesondere in Strand-Nähe. Unglaublich viele Bäume umgekippt sind und leider oftmals auf Gebäude oder infrastrukturelle Einrichtungen. Teilweise, da nicht jedes Gebäude aus Stein-Substanz gebaut wurde, sind diese Gebäude vom Wind buchstäblich weggefegt worden. Am Stand haben sich riesige Gräben gebildet, die kaum zu überwinden sind, da so dass das ganze Wasser auf der Insel ins Meer fließen kann.</p>



<p>Es ist nun der 27.12. und ich sitze gerade in meinem Lieblings Restaurant und Esse zu Abend … Weiterhin gibt es auf der Insel flächendeckend kein Strom. Lediglich paar Hotels und Restaurants verfügen über Notstrom-Generatoren &#8230; wobei diese teilweise auch kein Diesel mehr haben. Was zur Folge hat, dass immer mehr Restaurants geschlossen bleiben. Viele Gäste verfügen über nur noch wenige Pesos im Geldbeutel, da alle Geldautomaten seit Tagen nicht mehr funktionieren. Ich konnte glücklicherweise Reserve-Euro’s umtauschen und somit paar Freunden mit etwas Geld aushelfen. Internet-Verbindung, um der Heimat mitzuteilen, dass es mir gut geht? Fehlanzeige &#8230; alle Mobil-Funk Netze sind kurz nach dem Typhoon vollständig eingebrochen.</p>



<p>Was man in solch einer Situation den Tag über macht? Helfen
… den Menschen helfen, die einem über die letzten Monate ans Herz gewachsen
sind.</p>



<p>In diesem Sinne … viele Grüße aus Boracay, dem etwas anderes Urlaubsparadies.</p>
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		<title>Anniversary</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Sep 2019 12:45:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
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					<description><![CDATA[Es war Zeit ein Zwischen-Résumé zu ziehen. Ein volles Jahr bin ich nun mit Berta in Europa und Asien unterwegs. Wie erging es mir bis jetzt? Was habe ich erlebt und was hat sich verändert?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Nun, um ehrlich zu sein. Es sind nun schon ganze 13 Monate
vergangen, seitdem ich in Deutschland meine Reise begonnen habe. Wie sagt man so
schön: „Die Zeit rennt“. So subtil und alt auch die Redewendung ist, so wahr ist
sie auch. Ja, die Zeit rennt. Daran gibt es kein Zweifel. Obwohl ich unheimlich
viel gesehen, erlebt und gelernt habe auf meiner Zeitreise, so kam es mir vor
als es ob ich erst gestern gestartet bin. Woran liegt das? </p>



<p>Hier ist gerade die Dämmerung angebrochen und ich habe ein
nettes Plätzchen gefunden zum Übernachten &#8211; Mitten in west-bangalischen Reisfeldern,
kurz vor Kolkata. Der Laptop ist auf meinem Schoß, die Helligkeit des Bildschirmes
ist auf ein Minimum eingestellt in der Hoffnung, dass mich keine Einheimischen erspähen
und das die elendigen Mücken mich in Ruhe lassen … und als ich meinen
Nachtplatz traditionell hergerichtet hatte, dachte ich mir plötzlich: </p>



<p>„Genau jetzt ist es Zeit ein Jahres-Resümee zu schreiben!“</p>



<p>Eigentlich wollte ich schon seit Monaten, dass dieser Blog erreichbar ist … und eigentlich wollte ich auch schon längst diesen Beitrag geschrieben haben. Aber? Aber es kommt bekanntlichweise ja immer anders als man denkt. Und wer es nicht glaubt will &#8211; sogar auf einer Weltreise <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Woran liegt das? Was mich betrifft, so will ich es euch verraten, bevor wir hier eine Grundsatzdiskussion starten werden. Lange bevor ich die Reise wirklich begonnen habe, schwor ich mir folgenden Grundsatz:</p>



<p>„Genieße jeden Moment auf Deiner Reise – so intensiv wie es
nur geht und tue nur das, worauf Du Lust hast. Tue es für dich und für keinen
anderen!“</p>



<p>Im Umkehrschluss bedeutet das auch: Tue nichts, worauf Du keine
Lust hast und sage zu den Dingen bewusst „nein“. Lerne nein zu sagen, da es viel
schwieriger ist zu 100 Dingen nein zu sagen, als ja. Und ich bin ein verdammt
guter „Ja-Sager“. </p>



<p>Und genau das ist der Grund, wieso ich in den vergangenen 13 Monaten andere Prioritäten hatte als meinen Blog online zu schalten oder diesen Beitrag zu schreiben. Immer, wenn ich Lust hatte, arbeite ich an dem Blog. Wenn ich keine Lust hatte, machte ich Dinge, worauf ich Lust hatte. Wir sind oft gesellschaftlich als auch familiär dazu erzogen worden zu gehorchen und dem eisernen System zu folgen. Oft fängt das bei den kleinen Dingen an. Keiner sagte mir, dass ich einen Blog schreiben soll und warum dieser nicht online war. Aber dennoch habe ich tief im Inneren Schuldgefühle gehabt. Wir sind dazu verdammt worden zu performen. Die Zeit, die wir zur Verfügung haben, produktiv zu nutzen. Uns gut dastehen zu lassen. Aber wofür? Wofür tun wir all das? Oft tun wir das doch nur wegen unserer Außendarstellung. Um unserem vermeidlichen guten Platz in der Gesellschaft zu finden. Für die Prestige. Oder was alles noch dazu gehört.</p>



<p>Die Zeit, die wir auf diesem Planeten haben, ist im Verhältnis zum großen Ganzen lediglich nur ein kleiner Wimpernschlag, oder? Ist es nicht daher viel zu schade so viele Dinge zu machen, nur weil wir sie machen „müssen“ oder weil wir sie so oft für andere machen statt für uns selbst? Das habe ich bereits vor einigen Jahren und nicht erst auf meiner Reise gelernt. Bestätigt wurde mir diese These unter anderem, als ich ein Interview von einem meiner Lieblingsschauspieler gelesen hatte. Ein Reporter fragte ihn, was er am meisten in seinem Leben bereuen würde. Er antwortete darauf, dass er immer versucht hatte es allen anderen recht zu machen in seinem Leben und sich dabei immer selber vergessen hatte. Das Traurige an dieser Tatsache war, das ihm diese Erkenntnis erst im hohen Alter kam. Es ist nie zu spät für Lebenserkenntnisse. Aber nun bleibt ihm nur noch wenig Zeit das eigene Leben zu ändern um es anschließend intensiver zu genießen, als vorher. </p>



<p>Ich habe mich vor vielen Jahren selber in dieser Falle wiedergesehen und habe ebenfalls realisiert, wie schwer es ist aus einem solchen Leben auszubrechen. Daher habe ich mir damals hoch und heilig versprochen, komme was wolle, dass ich nicht eines Tages aufwachen will, wenn mein Winter begonnen hat, um zu realisieren, dass ich mein Leben nicht gelebt habe. Und ich habe mir hoch und heilig versprochen mein Leben zu verändern. </p>



<p>Das mag jetzt vielleicht alles theatralischer oder zu tiefst deprimiert klingen für den ein oder anderen. Mag vielleicht sein, aber für mich es keines der beiden. Ich drücke das nur recht klar und deutlich aus und habe für mich selber einen Entschluss gefasst, dass ich so nicht mein Leben verbringen will. Und ich drücke es auch so deutlich aus, weil ich diesen Kreislauf viel zu oft bei so vielen anderen Menschen gesehen habe als nur bei mir. Aber dafür bin ich nicht verantwortlich und das muss jeder selbst entscheiden. Ja, es ist nicht einfach das zu ändern. Aber was ist bitte die Alternative? In meinen Augen gibt es keine, sofern jeder für sich diese Frage ehrlich beantwortet und sich selber im Hamsterrad wiedererkennt. </p>



<p>Und ja, genau heute, im dem hier und jetzt, bin ich froh, dass ich genau hier bin, wo ich bin. Und ich bin froh genau das zu tun, was ich tue. Ich mache das, wozu ich Lust habe und nur für mich und für keinen anderen. Ich habe mein Leben „um kalibriert“ und ich würde heute sagen, dass ich Rückbetrachtet die richtige Entscheidung getroffen habe.</p>



<p>Was ist aber eine Entscheidung? Entscheidet man sich, hat man eine Abwägung getroffen – meistens zwischen A oder B .. oder C, D, E, etc. Geht man den einen Weg, kann man oft nicht den anderen Weg gehen. Ja, das betrifft auch mich. Ich habe mich für diesen Weg entschieden, wohl wissend, dass ich nun nicht andere Wege gehen kann. Wege der Freundschaft aufgrund der Entfernung .. ich kann an vielen besonderen Momenten von für mich wichtigen Menschen nicht direkt teilhaben. Macht mich das traurig? Ja, sehr. Ich habe meiner Karriere eine Pause gegönnt, was sich aber viel mehr als ein Rückschritt anfühlt als eine Pause. Ja. Wir können nicht alles haben im Leben. Die Frage ist am Ende, was wir für Entscheidungen wir im Leben getroffen habe und auf welche wir stolz und auf welche wir weniger stolz sind. Oder welche uns zum eigenen Ziel gebracht haben und welche nicht. Wenn wir die Entscheidungen nicht für uns selbst treffen, für wen dann?</p>



<p>Ich wurde öfters in den vergangenen Monaten von Freunden gefragt, wie es sich anfühlt nun ein Jahr unterwegs zu sein und ob ich eine Veränderung spüren würde. Ja, ich habe viel erlebt. Verdammt viel. Vielleicht zu viel in zu kurzer Zeit. Von Monat zu Monat werde ich langsamer im Reisen – nicht, weil ich körperlich müde bin, sondern weil ich geistlich gesättigt bin. All die Eindrücke, die Abenteuer, die neuen Menschen, die Sitten, das Essen, die neuen Gegenden, neue Kulturen, neue Religionen, etc. – all das muss ich für mich verarbeiten. Dazu brauche ich Zeit. Zeit für die Verarbeitung. Zeit um Energie zu tanken für das nächste Abenteuer. Ich weiß, dass ich auf einer unfassbaren Reise bin und das sehr viele Menschen mich darum beneiden was ich mache und wie ich es mache. Aber auch meine Entscheidung auf die Weltreise zu gehen, alleine, war eine Entscheidung für die eigene Weiterentwicklung und sich dem zu stellen, wovor ich Angst hatte. </p>



<p>Bevor ich diese Reise begonnen habe, habe ich keinen einzigen Urlaub in meinem Leben alleine verbracht. Allein ein Wochenende zu verbringen war mehr sehr selten und alles andere als leicht für mich. Ja, ich hatte große Angst Zeit mit mir zu verbringen. Mich zu akzeptieren wie ich bin. Zu sehen, wie ich mit dem Alleinsein zurecht komme ohne die ganzen Ablenkung um mich herum. Die vergangenen 13 Monate war ich oft allein. Oft habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache. Ob ich nicht total durchgeknallt bin und ich nicht einfach nach Hause fahren soll. Ja, das hätte ich tun können und sicherlich hätte es mir keiner übel genommen. Aber ich gebe nicht auf. Das habe ich nie und ich wollte nicht mit 36 Jahren damit anfangen. Ich habe von Monat zu Monat gelernt besser mit mir umzugehen, mich auf mich einzustellen, mich etwas zu verändern .. und ich habe dadurch ein anderes Selbstvertrauen gewonnen, was ich vorher nicht in der Intensivität gespürt habe. Durch die &#8220;twenty for hours&#8221;  Auseinandersetzung mit einem selbst werden einem jegliche Charaktereigenschaften ungefiltert bewusst und das schlimme daran: Man kann in diesem Prozess nicht fliehen.  </p>



<p>Ich habe in den vergangenen 13 Monaten viel über mich gelernt. Weniger wer ich wirklich bin, dass wusste ich bereits vorher, sondern viel mehr was ich in Zukunft will und was ich definitiv nicht will. Welche Fähigkeiten ich habe und welche nicht. Ich habe gelernt mich mehr zu akzeptieren, wie ich bin, wenn gleich ich definitiv noch Zeit brauche um den kompletten Prozess abzuschließen. </p>



<p>Ich habe ebenfalls über meine berufliche Vergangenheit nachgedacht. Auf vieles bzw. fast alles, was ich beruflich erreicht habe und wie ich es erreicht habe, bin ich stolz. Sehr stolz. Weiterhin. Trotz meiner Fehler oder der Unwissenheit an Erfahrung in Führungssituationen. Worauf ich aber definitiv nicht stolz bin ist, dass ich mich selber als Person dabei vernachlässigt habe und ich in einen Strudel geraten bin, den ich oben beschrieben habe. Ich weiß heute noch nicht wie meine zukünftige berufliche Karriere aussehen wird. Was ich aber definitiv weiß ist, das Basis-Parameter andere sein werden als in der Vergangenheit. </p>



<p>In meinem beruflichen Abschiedsbrief an meine Kollegen schrieb ich, dass ich mich auf die bevorstehende &#8220;Entschleunigung&#8221; in meinem Leben freuen würde. Ja, das tat ich auch. Das tue ich jetzt immer noch. Aber, insbesondere in den ersten Monaten war diese Art der gewünschten Entschleunigung unglaublich brutal und erbarmungslos. Es war brutal von 100 km/h runter auf 5 km/h zu bremsen. Wie jeder weiß, geht das nicht ohne eine harte Vollbremsung. Und genau so hat es sich für mich angefühlt. Plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden. Sich nicht mehr zur gleichen Zeit um 100 Sachen kümmern zu müssen oder drüber nachdenken zu müssen. Was mache ich mit dieser ganzen Zeit, die ich plötzlich zur Verfügung habe? Wo ist meine alte Routine. Sie gibt es nicht mehr. Ich war in den ersten Wochen/Monaten der Auffassung, jeden Tag viel fahren zu müssen. Viel sehen zu müssen. Das war meine Struktur der letzten 20 Jahre, die ich gelernt hatte. Viel zu erledigen in kurzer Zeit. Aber kommt es darauf an? Manchmal vielleicht, aber nicht immer. Der Weg ist doch das Ziel .. oder?</p>



<p>Nun, das ist mein Jahresrückblick. Mittlerweile sitze ich in einem Café in Kolkata und schreibe die letzten Zeilen diesen Beitrages. Nein, ich habe nicht die Zeitmaschine erfunden, wenn sich jetzt jemand fragt wie ich das angestellt habe von einem Reisfeld zu einem Kaffee zu kommen =) Der Beitrag ist länger geworden als gedacht und ich habe irgendwo aufgehört und hab ihn hier in Kolkata in einem Café zu Ende geschrieben.  </p>
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		<title>Belgien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Apr 2019 14:17:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Indien]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
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		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[Kennt ihr die Situation, dass wenn ihr jemanden zum ersten Mal seht und ihr keine Ahnung habt, dass das der Beginn einer langen gemeinsamen Reise oder gar Freundschaft werden wird?]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Kennt ihr die Situation, dass wenn ihr jemanden zum ersten Mal seht und ihr keine Ahnung habt, dass das der Beginn einer langen gemeinsamen Reise oder gar Freundschaft werden wird? Dies ist mir wiederfahren &#8230; und an dem Moment, an dem ich die beiden zum ersten Mal gesehen habe, hätte ich keinen 5er drauf verwettet, dass die Geschichte so geschrieben wird =) Und je mehr ich darüber nachdenke beim Schreiben dieser Zeilen, so verrückt klingt dieser Zufall für mich. Im nirgendwo. Am Ende der Welt. Aber lest selbst wie es dazu kam. Viel Spaß <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f600.png" alt="😀" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Wir schreiben den 09 Februar 2019, einen Samstag. Die Sonne lässt
Quetta, die Hauptstadt von Bachulestian nähe der afghanischen Grenze, in einem
schönen rötlichen Licht schimmern. Dennoch langweile ich mich zu Tode ;( Ich
hänge buchstäblich „fest“ auf einer Polizeistation. Der Polizeistation, die für
den Personenschutz in der Region zuständig ist. Leider ist es aktuell
Ausländern nicht gestattet sich alleine in der Region ohne Polizeischutz frei
zu bewegen und daher muss ich mein Wochenende hier verbringen. Suuuuuper. Was
so spannend am Anfang klang, so schnell wird es auch langweilig. Leider. Freitag
hatte ich noch Spaß .. alles war neu für mich … Samstagvormittag auch, Mittags
durfte ich nach langer Diskussion mit einem Personenschutz endlich was
einkaufen fahren damit ich nicht „verhungere“ .. aber die Gespräche mit jedem
Polizeibeamten sind getätigt und langsam wird es uninteressant meine Story
immer wieder und immer wieder von vorne zu erzählen. </p>



<p>Auf meinem X. Rundgang durchs Gelände, man kennt mich bereits gut inkl. der Gefängnisinsassen ^^, komme ich am NOC-Hauptquartier vorbei. Hier werden die Personenschutz-Aufträge in der Region koordiniert. Samstag ist hier Sparbesetzung &#8211; logisch, auch am Ende der Welt gibt es ein Wochenende <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Unter anderem der Grund, warum ich bis Montag warten muss um in der Eskorte weiterreisen zu dürfen. Ich habe jedoch mitbekommen, dass es Neuankömmlinge gibt … und ich wollte die Frischlingen mir aus nächster Nähe ansehen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />  </p>



<p>Gesagt getan, stolpere ich in den Raum vom NOC-Hauptquartier. Diskret wie ich bin, tat ich verwundert, stellte mich höflich vor und erfragte wer die drei Neuankömmlinge in meiner Hutt sind ^^ Wohl zwei Belgier, wie es aussieht ein Pärchen, und ein Alleinreisender aus Polen. Seit einer halben Stunde sind sie hier gestrandet und hatten die gleiche Route wie ich genommen. Vom Iran beginnend wollen sie sich wie ich nach Indien durchschlagen. Sichtlich erschöpft von der Reise und wenig Rede begeisternd, war mit den drei nicht viel anzufangen ;( Leider. Die schlechte Nachricht, dass morgen keine Weiterreise möglich ist, gab Ihnen dann leider den „Rest“. Heute also wieder kein vernünftiges Abendprogramm.</p>



<p>Wie sagt man so schön: Neuer Tag, neues Glück. Ich versuchte am nächsten Morgen erste Annäherungsversuche bei den Belgiern zu tätigen, aber wirklich viel unterhalten haben wie uns nicht. Wir trafen uns öfters im HQ, da es dort den einzigen Raum gibt mit einer Internet-Verbindung.. naja, wenn man bei einer EDGE-Qualität von einer Internetverbindung überhaupt reden kann =) Zusätzlich hatten wir jedoch die gleiche Herausforderung vor uns: Wann und wo geht es Montag für uns weiter… und, viel wichtiger, wann können wir heute noch mit einem Personenschutz ins Speergebiet um nach was Essbares zu suchen. Eigentlich habe ich viel zu viel Essen dabei und ich müsste gar nicht raus, aber der Abwechslung halber und weil die Welt da draußen vor der Polizeistation so viel spannender und lebhafter ist, tu ich so, als ich kurz vor dem Verhungern wäre <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Die Belgier sind seit sechs Monaten unterwegs und haben zu Hause ihren eigenen VAN ausgebaut. Richtig cool! Er ist Architekt, sie ist Produkt Designerin. Geniale Kombi für so ein Vorhaben <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Entsprechend cool sieht ist das Interieur aus! Bin echt neidisch! Aber bekanntlicherweise kann man nicht alles haben und nix geht über meine Berta! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> </p>



<p>Nachdem wir gemeinsam mit der Polizei-Eskorte in der „Red“-Zone waren, brach langsam das Eis. Ich denke das lag unter anderem daran, dass wir trotz der wenigen Stunden, die wir zusammen verbracht haben, sehr intensive und einzigartige Erlebnisse erleben durften. NOC-HQ, Schlafen in der Polizei-Station in Downtown, Polizei-Eskorte um nach was Essbares zu suchen (so verrückt wie das auch klingt, aber es ist die Wirklichkeit) und nicht zu Letzt das gemeinsame Essen, wo wir unsere Eis-Creme Abhängigkeit offenbaren mussten. Das schweißt zusammen! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Fortan waren wir unzertrennlich. Wir versuchten gemeinsam einen LOI-Antrag zu stellen um nach Lahore zu gelangen, was aber mehr schlecht als recht funktionierte und wir somit einen weiteren Tag in Quetta festsaßen. Wir schmissen unsere Koch-Vorräte zusammen und zauberten ein köstliches Essen. Verdammt war das lecker! Zusätzlich gab es das ein oder andere alkoholische Getränk und wir fielen irgendwann in unsere Betten. Keine Ahnung mehr wie viel Uhr es war. <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Am Dienstag konnten wir unsere Reise endlich fortsetzen! Wir wurden nun gemeinsam in Richtung Lahore eskortiert, das ganze sollte einige Tage dauern mit jeweils 8-10 Stunden Fahrt pro Tag. Nicht lustig sag ich euch! Stellt euch vor ihr fahrt ohne jegliche Regeln auf <del>weniger guten Straßen</del> beschissenen Straßen konstant hinter einer Eskorte hinterher, die es verdammt eilig haben dich sicher von A nach B zu bringen. Pinkelpausen werden selten erlaubt. Am Ende des Tages war ich fix und fertig, nix ging mehr und zu nix war ich mehr zu gebrauchen. Die Beliger konnten sich wenigstens ab und zu abwechseln, die Glücklichen. Ich dagegen &#8230; naja. Umso glücklicher war ich, dass ich Diede und Alicia kennengelernt hatte, da ich fortan jemanden hatte den ich vertrauen konnte in der dann doch weniger sicheren Gegend. Zusätzlich konnten wir die „Arbeit“ etwas teilen … kochen, Schlafplatz suchen, Planung für den nächsten Tag, etc. </p>



<p>Wir verbrachten die nächsten Wochen zusammen. Auch nach der Polizei-Eskorte, welche uns in Lahore endlich auf Wiedersehen gesagt hatte (nein, für mich gibt es wahrscheinlich kein wiedersehen^^) sind wir weiterhin zusammen geblieben.</p>



<p>Wir haben unter anderem ..</p>



<ul><li>.. gemeinsam Schlafplätze gesucht. Dank unterschiedlichen Erfahrungen konnten wir hervorragende Plätze finden! Großes Dankeschön für den App-Tipp <a href="http://www.ioverlander.com">iOverlander</a>!</li></ul>



<ul><li>.. morgens ausgiebig zusammen gebruncht. Da wir den selben Rhythmus am Morgen hatten (nicht vor 9-10 Uhr aufstehen ^^), begann der Morgen bereits mehr als entspannt <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich habe meinen morgendlichen Obst-Salat gezaubert, Alicia und Diede andere Köstlichkeiten. Unter anderem selbst gebackenes Ciabatta-Brot. Diede, I love you for that !!! </li></ul>



<ul><li>.. unfassbar viel gelacht! Ich kenne wenige Beziehungen, insbesondere wenn man schon so lange zusammen ist wie die beiden (&gt;5 Jahre), die so viel gemeinsam lachen. Mir blieb nichts andere übrig als mitzulachen ^^ Es hat mich angesteckt… Morgens bin ich mit einem Lächeln auf dem Gesicht aufgewacht und Abends mit einem Lächeln  ins Bett gegangen. Danke dafür! </li></ul>



<ul><li>.. eine grandios Nacht in Sukker (Pakistan) gehabt, nachdem wir uns aus der Polizei-Station geschlichen haben um die Innenstadt zu erkunden. Verdammt, war die Polizei angepisst als wir zurück kamen. Das werde ich nie vergessen! <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></li></ul>



<ul><li>.. tolle historische Orte entdeckt! Danke Alicia für die Indien-Tipps, die Du sorgfältig und in tagelanger Vorarbeit recherchiert hast und ich das Glück hatte per Copy&amp;Paste davon zu profitieren <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></li></ul>



<ul><li>.. unseren Paradies-Strand in Indien gefunden! Langerfeuer
am Strand, Nacht-Schwimmen, unzählige Schach-Battle‘s und viele weitere Dinge,
die wir gemeinsam erlebt haben, haben den Ort zu etwas ganz Besonderes gemacht.
Es war eine unfassbare schöne Zeit!</li></ul>



<p>Nach gemeinsamen 7-8 Wochen hieß es nun leider vor kurzem mal wieder: Abschied nehmen :/ Alicia und Diede mussten umkehren, da sie in 4 Monaten wieder zu Hause sein müssen&#8230; </p>



<p>Danke für die wundervollen gemeinsamen Momente! Danke Diede unter anderem für Deine grandiosen Koch-Skills! Verhungern wird man mit dir definitiv nie! Aus nichts hast Du immer was gezaubert. Respekt dafür! Danke Alicia für Deine Glücklichkeit sowie Zufriedenheit, die Du ausstrahlst! </p>



<p>Euch eine sichere Heimreise. Wir sehen uns!</p>
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		<title>The Guardians of Pakistan</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Feb 2019 14:10:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei-Escorte]]></category>
		<category><![CDATA[Quetta]]></category>
		<category><![CDATA[The Guadians of Pakistan]]></category>
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					<description><![CDATA[Der zweite Tag in Pakistan mit vielen neuen Eindrücken und spannenden Erfahrungen auf 300 km Strecke zwischen Dalbandin und Quetta. Vieles hatte ich erwartet, einiges jedoch nicht!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein Wecker klingelte. Es war 7 Uhr morgens in Dalbandin. Ich hatte erstaunlicherweise sehr gut im Hotel geschlafen. Ich duschte, packte meine Sachen und bin runter zu Berta gegangen. Dort wartete auch schon meine Eskorte. Geplant war die Weiterfahrt um 9 Uhr, ich hatte somit also genügend Zeit mir mein Frühstück zu zubereiten.</p>



<p>Wir starteten wie geplant gegen 9 Uhr, es waren gute 300 km bis nach Quetta. Quetta soll mein nächster Zwischenstopp sein für die Übernachtung auf den Weg nach Lahore. Mit den ganzen Checkpoints und den Straßenverhältnissen brauchen wir ca. 7-8 Stunden, wenn alles gut geht &#8230; die Prozedur mit den Checkpoints wiederholte sich entsprechend wie am Vortag. Jedoch haben die Kollegen über Nacht all meine Daten auf einen A4-Zettel geschrieben und mehrfach kopiert. Genial! Somit mussten wir nur noch den Zettel am Checkpoint abgeben statt immer zu halten, auszusteigen, etc. Tolle Weiterentwicklung … aber anstatt die richtige Anzahl an Kopien zu machen, hatten wir nach der Hälfte der Checkpoints keine mehr und somit ging das Spiel von vorne los <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Plötzlich änderte sich etwas. Bis dato hatte ich immer jemanden neben mir sitzen von Checkpoint zu Checkpoint, plötzlich aber fuhren zwei Polizisten mit dem eigenen Auto vor mir her und keiner saß mehr neben mir. Alle 2-3 Checkpoints wechselte somit auch das Auto, dem ich folgenden sollte und die Anzahl der Polizisten erhöhte sich langsam. Wir näherten uns demnach Quetta, eine weniger sichere Stadt wie es scheint. Das war mein eigener Rückschluss aus der aktuellen Situation. Als wir an den Toren von Quetta ankamen, begleitete mich nun ein gepanzertes Fahrzeug. What the hell? „Was kommt als nächstes“ dachte ich mir.&nbsp;</p>



<p>Ich wurde gefragt zu welchem Hotel ich gebracht werden wollen würde. „Zu keinem“ antwortete ich, „ich würde gerne direkt bei einer Polizeistation übernachten“. Dies wurde mehrfach verneint und ich verneite mehrfach, dass ich im Hotel übernachten wollen würde. Nicht nach der letzten Erfahrung in Dalbandin und ich bin hier um das Land sowie die Kultur kennenzulernen und nicht um hier eingeschlossen in einem Hotelzimmer zu übernachten. Wir warteten plötzlich an einer Straßenecke mitten in Quetta Downtown. Ich war geflashed von dem Straßenleben und wusste gar nicht wohin ich als erstes schauen sollte. Mir scheint es so, dass die Welt hier vor ca. 30 Jahren einfach stehen geblieben ist. Krass!</p>



<p>Der gepanzerte Wagen verließ uns, ich musste nun wieder einem Auto folgen. Das wechselte anschließend erneut. Ich nutze die Zeit, während die Eskorte gewechselt hat, um Berta wieder etwas vollzutanken. Autsch, 70 Cent kostet nun der Liter Diesel. Ich will wieder iranische Diesel-Preise haben. Wir fuhren weiter zu einem Kreisel, der nächste Wechsel. Wie viele Wechsel gibt es hier bitte? Und warum so oft? Diesmal aber gab es statt einem gepanzerten Fahrzeug oder einem Auto, ein Motorrad Begleitschutz. Nein, nicht ein Motorrad, direkt 5 an der Zahl, jeweils mit 2 Personen bestückt! WAS bitte geht hier ab? Drei fuhren vor mir, davon waren zwei beschäftigt mir die Straße frei zu „räumen“ oder den Kreuzungsverkehr zu stoppen. Die beiden hinteren kümmerten sich um das Geschehen worum man sich anscheint dahinten drum kümmern muss. Keine Ahnung! Ich war damit beschäftigt das Ganze mit meinem Spatzen-Prozessor im Gehirn zu verarbeiten und den Jungs zu folgen, die Gefühl ein Tempo drauf hatten als ob wir verfolgt werden.&nbsp;</p>



<p>Wir passierten eine Polizei-Straßensperre und fuhren weiter in Richtung einer Polizei-Station. Yeah, geschafft. Kein Hotel! Ich parkte Berta, folgte einem Officer und fragte, was wir nun machen werden. Er antwortete mir, dass wir nun die aktuelle Situation mit dem NOC-Headquarter besprechen werden. NOC? Aktuelle Situation? Error.&nbsp;</p>



<p>Im NOC-Headquarter angekommen, ich lernte, dass das „No Objection Certificate“ besprechen werden und sie für den Personenschutz in Balochistan zuständen sind), wurde ich erneut gefragt wieso ich nicht in einem Hotel übernachten wollen würde und dass das von der Regierung für Ausländer als Regel vorgegeben ist. Ich erklärte erneut meinen Standpunkt, der zwar verstanden wurde, aber das interessierte keinen. Ich gab nicht nach, meine Stimmung war auch leicht auf Krawall aus. Außerdem las ich in diversen Blog-Einträgen, dass eine Übernachtung in der Polizei-Station wohl möglich ist. Ich habe keine Ahnung wie ich es am Ende geschafft hatte, aber der ranghöchste Offizier verließ das Büro und die anderen Kollegen erlaubten mit anschließend vor der Polizei-Station zu übernachten und das ich mir keine Sorgen machen sollte. „Das geht schon in Ordnung“ sagten sie und meinten zusätzlich „hier ist es eh viel sicherer als im Hotel“. Verrückt Welt.&nbsp;</p>



<p>Ich fragte die Kollegen anschließend wann es morgen für mich weiter gehen wird. „Morgen? Morgen geht es nicht weiter. “ bekam ich als antwortet … „Wir haben Wochenende und Du musst bis Montag hierbleiben. Anschließend bekommst Du ein NOC nach Lahore“. What? Und als Nachtrag: „Du darfst den Platz hier unter keinen Umständen alleine verlassen, dass ist nicht erlaubt. Wenn Du Freitag abends hier ankommst, können wir nichts dafür.“ Puh .. na das wird ja was.&nbsp;Ich parkte Berta um, so dass ich direkt vor dem Polizei-Tor stand. Das wird wohl sicher genug sein, dachte ich mir. Die Gegend war trostlos und unfassbar dreckig. Drei Nächte soll ich hier verbringen? Ich ging in das Polizeigelände zurück um mal für kleine Jungs zu gehen und kam anschließend mit paar Polizeibeamten ins Gespräch. Vielen konnten sehr gut Englisch und plötzlich vergingen die Stunden wie im Flug. Es war mittlerweile Mitternacht, wir wärmten uns an einem offenen Feuer. In der Polizei-Station waren Gefangene, die mir freundlicherweise frisches Obst anboten als ich mit denen ins Gespräch kam. Ich war verwundert und überrascht und fragte die Officer, ob das in Ordnung ist. Das war es anscheint und somit ging ich mit einer Handvoll frischem Obst und unfassbar vielen Eindrücken vom Tag zurück zu Berta und es dauert nicht lange, bis ich eingeschlafen bin.</p>
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		<title>Checkpoint Pakistan</title>
		<link>https://www.sebventure.de/checkpoint-pakistan/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2019 21:30:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Checkpoint]]></category>
		<category><![CDATA[Polizei-Escorte]]></category>
		<category><![CDATA[Quetta]]></category>
		<category><![CDATA[The gardians of Pakistan]]></category>
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					<description><![CDATA[Dalbandin. Es ist 19:56 Uhr, Donnerstag der 07. Februar 2019. Diesen Tag werde ich in niemals vergessen! Das ist mal sicher. Wieso? Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Dalbandin. Es ist 19:56 Uhr, Donnerstag der 07. Februar 2019. Diesen Tag werde ich mein ganzes Leben niemals vergessen. Das ist mal sicher! Wieso? Dafür gibt es eine Reihe guter Gründe.</p>



<p>Fangen wir vorne an&nbsp;<img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Der Wecker klingelt. Es ist 5 Uhr morgens in Zahedan. Die letzte größere Stadt auf iranischer Seite vor Pakistan. Da ich am Vorabend mal wieder eine Einladung einer sehr gastfreundlichen Familie nicht ausschlagen konnte, habe ich nur 4 Stunden schlafen können. Ich drehte mich daher noch ein paarmal um, nutze wie in alten Zeiten mehrmals die Snooze-Funktion meines Weckers und kroch anschließend aus dem warmen kuscheligen Schlafsack. So kalt war es gar nicht wie ich dachte .. und so müde war ich auch nicht wie ich dachte. Ich setze Berta in Bewegung. Die Straßen sind im wahrsten Sinne „wie leer gefegt“. Gestern Abend toppte hier noch einem Sandsturm. Für die Jahreszeit ganz normal. Heute morgen bin ich fast der Einzige auf der Straße.. und alles Picobello sauber. Mal wieder bin ich beindruckt!&nbsp;</p>



<p>Es sind gut 1 ½ Stunden bist zu Grenze. Der Sandsturm hat sich gelegt, der morgendliche Himmel setzt sich aus einem hellem blau und einer gelben aufgehenden Sonne zusammen… wunderschön, aber dennoch pest ein bitterlich kalter Wind über die Wüste. Zum Glück habe ich mich bereits gestern um alles Notwendige und Präventive gekümmert, dachte ich mir und war froh das es schön warm war in Berta <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" />&nbsp;</p>



<p>Wie z.B. das Volltanken von Berta. Nun, eigentlich keine große Sache, denken sich jetzt eventuell einige, aber im Iran gibt es so gut wie keine Diesel-Tankstellen, die eine Privat-Person nutzen darf. Und mit „fast keine“ meine ich das auch so – leider. Somit habe ich gestern wieder einmal einige Stunden damit verbracht an Tankstellen Truckfahrer zu bequatschen, dass sie mich bitte bitte bitte mit auf ihre Tankkarte nehmen können. Was ein Spaß, sag ich euch. Danach war ich mal wieder gut bedient! Zu mindestens hatte ich Berta bis aufs Letzte mit Diesel „vollgepumpt“ und bereit für das Abenteuer, was vor uns liegt. Gut 1.000 km würden wir nun weit kommen. Gutes Mädchen!</p>



<p>Zusätzlich habe ich mein Reserve-Vorrat hinsichtlich Essbaren aufgestockt bzw. besser gesagt komplett überholt. Der Kühlschrank ist nun Rand voll. Nix, aber auch gar nix mehr passt da noch rein. Und obwohl ich kein Freund von Konserven bin und ich maximal eine Handvoll Konserven bis jetzt auf meiner Reise benutzt habe, so schwirrte mir in meinem kleinen Spatzengehirn die ganze Zeit die folgenden beiden Sätze herum, die mir eine Reisende in Tehran mitteilte: „Du hast während der Polizei-Eskorte so gut wie keine Zeit dich um dein eigenes Essen zu kümmern. Nimm dir daher ausreichend Essen mit was Du schnell zubereiten kannst.“ Nun, gesagt getan. Für zwei Woche habe ich nun eingekauft. Genauso lange ist mein Pakistan-Visum gültig, danach werde ich doch wohl wieder ein Supermarkt in Indien finden, so Gott will <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Ich passierte auf dem Weg zur Grenze bereits mehrere Polizei-Kontrollen und wurde brav an jeder Kontrolle raus gewunken. Immer nur ich, alle anderen durften weiterfahren. Menno ^^. Die Polizei-Beamten haben sich sichtlich gefreut mich zu sehen und dachten sich wahrscheinlich „Tolle Abwechslung zum Alltag, den Belabern wir jetzt!“… und ich dachte mir „Jungs, ich muss spätestens um 10 Uhr iranische Zeit mit allem an der Grenze durch sein, weil dann spätestens geht die pakistanische Polizei-Eskorte los. Wenn ich später mit allem fertig bin, muss ich eine Nacht auf der Polizei-Station an der Grenze verbringen. Darauf habe ich gar keine Lust. Also quatscht mich nicht voll und lasst mich fahren“. Naja, ratet mal wer das Spiel gewonnen hat :/</p>



<p>An der Grenze angekommen ging alles viel schneller und reibungsloser als gedacht. Zum Glück, ich musste Zeit aufholen&nbsp;JMein Carne de Passage wurde bestimmt von 8 unterschiedlichen Personen/Abteilungen begutachtet, inkl. meiner beiden Reisepässe. Dass ich zwei Reisepässe dabei hatte, hatte keinen wirklich interessiert und nicht einmal eine Nachfrage dazu kam. Crazy. Genauso wenig Interesse sich jemand für Berta. Keine Kontrolle auf iranischer sowie pakistanischer Seite. Lediglich die Chassis-Nummer wurde kontrolliert… und da war er dann plötzlich! Der erste seiner Art. Er saß mitten auf der Straße mit einem groooooßen Buch in der Hand. Fleißig wurde jeder, der die Grenze passierte, dort mit ganz vielen persönlichen Angaben verewigt. Was ein Job!</p>



<p>Kaum auf pakistanischer Seite angekommen, will unbedingt ein Polizist bei uns einsteigen. Ich war verwundert .. doch nachdem ich den kommunikativen Austausch suchte um die Situation zu verstehen, stellte sich heraus, dass DAS meine Polizei-Eskorte ist. Also ein Polizist der während ich durch Pakistan fahre neben mir sitzt. „Okay, auf jedenfall wird es nicht langweilig“, dachte ich mir.. und es ist bestimmt nicht verkehrt einen persönlichen, pakistanischen und kostenlosen Guide inkl. Beschützter neben sich zu haben, den ich alles fragen kann, was ich will. Jackpot! </p>



<p>Eine religiöse Versammlung blockierte auf dem Grenzgelände die Weiterfahrt. Wir mussten einen Hinterausgang nehmen. Kein Problem, mein neuer Freund kennt den Weg. Als wir das Grenzgelände verlassen haben – links Verkehr. Okay, check, kein Ding. Wir brauchen Kohle. Check, hab ja ein Local dabei. Dennoch hatte ich ein schlechtes Gefühl gehabt als ich 50 Euro getauscht hatte und umgerechnet 5.500 Roupie erhalten habe. Ich musste tauschen, da es anscheint üblich ist das Taxi für meinen neuen Mitfahrer zu bezahlen, wenn der wieder nach Hause will. Krass. Der Arme. Erst Tage unterwegs mit mir und dann muss der mit einem Taxi heim … ob da 50 € reichen?&nbsp;</p>



<p>Wir verließen die Grenzstadt. Weit und breit nix zu sehen außer Wüste, Wüste und nochmal Wüste. Es stellt sich schnell heraus, dass mein persönlicher, pakistanischer und kostenloser Guide zwar all das ist, was ich beschrieben habe, aber mehr als die aller nötigsten Grundkenntnissen in Englisch waren nicht vorhanden. Daher war dann auch nach 30 Minuten gefühlt alles gesagt was wir uns sagen / fragen wollten / konnten. Grund genug für meinen neuen Freund sich ein Joint anzuzünden, den er sich kurz vorher gedreht hatte. Ich habe dankend abgelehnt, als er mir auch einen angeboten hatte. Was mich aber mehr beunruhigt hatte als der Joint war seine Kalashnikoff, die er im Fußraum dabei hatte und bei jedem Schlagloch zwischen seinen Beinen so wackelte, das ab und zu der Lauf genau auf mein Kopf gerichtet war. Geil. Nicht mit mir mein Freund! Wenn Du schon eine Tüte in Berta rauchst, dann halte die Knarre wenigsten so, dass wenn sie plötzlich los geht, dass nicht mein Kopf Matsche ist!&nbsp;</p>



<p>Wir bremsten. Checkpoint #2. Aussteigen. Händeschütteln, dabei sich gegenseitig Höflichkeiten austauschen.&nbsp;„Salam”, “What’s your name?”, “Sebastian”, “And where are you from?“, „Germany“, “What is your job?”, “I work in the advertising area”, “Welcome to Pakistan”.&nbsp;Anschließend durfte ich mich auf einen Stuhl setzen. Da ich ja bei dem ersten Checkpoint gesehen hatte wie alles funktioniert, durfte ich die ganzen Daten nun selber in das Buch eintragen. Schlau die Jungs, aber kein Ding, schaff ich! Um mich herum waren so viele schwer bewaffnete Polizei-Beamte, dass ich mich selten sicherer gefühlt habe wie genau in dem Moment. Oder ist das ein Trugschluss? ^^ Ach und übrigens .. die letzten Reisenden waren ebenfalls Deutsche .. aus Respekt von deren Privatsphäre und dem Datenschutz nenne ich mal nicht die Namen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Wir fuhren weiter. Die Straßen war bis jetzt super. Wenn wir aufmerksam waren, konnten wir 90-100 km/h fahren. Der Sandsturm von gestern hat sich anscheint nur erholt. Plötzlich waren wir mitten drinnen, die Straße war kaum noch zu sehen. Krass! Wir fuhren nur noch 20 km/h .. und die doch so hoch gelobte Straße endete plötzlich in einem Feldweg. Um uns herum tobte weiterhin der Sandsturm. Berta wackelte wie verrückt! Der Guide kannte den Weg – für mich war nix mehr zu erkennen was nach einem Weg aussah… mit allem hatte ich jetzt gerechnet, aber nicht mit so etwas. Zum Glück war mein Guide total entspannt… Lag das am Joint oder daran, dass das hier alles ganz normal ist? Zum Glück hatten wir nach ca. 15 Minuten wieder Asphalt unter den Rädern und die hochgelobte Straße kam wieder zurück. Überstanden!&nbsp;</p>



<p>Wir bremsten erneut. Checkpoint #3. Gleiches Spiel .. aber mein Guide verabschiedete sich plötzlich. Wie, was, jetzt schon? Ein neuer Guide kam .. der Andere wollte umgerechnet 10 Euro haben für das Taxi. Okay, für 60 km vollkommen verständlich, aber haben die nicht Kollegen, die eh auf der Route fahren und ist die Eskorte nicht deren Job? Ich hab ja nicht um die Eskorte gefragt &#8230; naja, ich gab ihm umgerechnet die 10 €, wollte nicht unnötig Palaber. Weiter geht’s &#8230; mit dem gleichen Spiel … nur er rauchte kein Joint und der englischen Sprache war er nicht mächtig. Ich hätte Google-Translate benutzt, aber im nirgendwo gibt es nirgends Internet.&nbsp;</p>



<p>Wir passierten Checkpoint #4, #5, #6, #7 und #8. Fast immer die gleiche Routine &#8230; manchmal wurde uns jedoch das Buch ins Auto gereicht und ab und zu musste ich die Angaben buchstabieren. Herrlich. Ein Bild für die Götter. Auch variieren die persönlichen Angaben von Checkpoint zu Checkpoint… so wurde z.B. ab und zu nach dem Namen von meinem Vater gefragt. Wahrscheinlich um das Ausfüllen interessanter für alle Beteiligten zu machen&nbsp;JAlle zwei bis drei Checkpoints wechselte auch mein Guide. Zum Glück fragte keiner mehr nach Taxi-Geld .. weil dann wären die 50 € schneller weg gewesen als ich gucken kann. Hat der Joini mich doch echt abgerippt!</p>



<p>Wir erreichten Checkpoint Dalbandin. Eine kleine Stadt zwischen der pakistanischen Grenze und Quetta. Ich erhielt mein erstes Gast-Geschenk. Eine Cappi mit pakistanischer Flagge. Thank you so mutch! Es ging weiter zum Hotel, in dem ich die Nacht verbringen sollte / musste. Eigentlich wollte ich auf dem Hotel Parkplatz in Berta übernachten, aber als ich mitbekommen hatte, dass meine Polizei-Eskorte dann draußen schlafen musste und es in der Wüste dann doch Abends sehr kalt wird, habe ich mich entschieden ein Zimmer im Hotel zu nehmen. Das Zimmer wurde bestimmt Jahre nicht mehr geputzt. Es war so dreckig, dass ich mein ganzes Zeug mitgenommen habe um in meinen eigenen Sachen zu schlafen. Ich habe es bereut mich für die Hotel-Variante entschieden zu haben, aber nun muss ich da durch. Warm-Wasser – Fehlanzeige. Wenn ich das Waschbecken benutzt habe, ist das Wasser durch die Wand in das Erdgeschoss geflossen und im Hotel Flur wieder rausgekommen. Nette 10 € hat das Hotel gekostet und ich musste für das Essen der Eskorte ebenfalls bezahlen. Das Hotel war kein 1 € Wert, believe me! Als ich die Küche gesehen habe, habe ich mich kurzfristig entschlossen dann doch selber zu kochen, obwohl ich tot müde bin. Es gab Hähnchen vom Vortag und Brot, das ich mir aufgebacken habe.&nbsp;</p>



<p>Es ist nun 22:24 Uhr als ich diese Zeilen schreibe und ich wollte unbedingt die Eindrücke zusammenfassen, bevor es morgen bestimmt mit neuen Abenteuern weiter geht. Over and out, morgen geht es früh wieder weiter. Gute Nacht.&nbsp;</p>
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		<title>Meine erste Wüstennacht</title>
		<link>https://www.sebventure.de/meine-erste-nacht-in-der-wueste/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 Jan 2019 13:00:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Lagerfeuer]]></category>
		<category><![CDATA[Wüste]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist 10:18 Uhr. Meine Hände frieren. Die Nacht brachte den Frost. Das Aluminium vom Laptop ist noch kalt – eigentlich viel zu kalt, da mir das Tippen aufgrund dessen nicht besonders leicht fällt. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Es ist 10:18 Uhr. Meine Hände frieren. Die Nacht brachte den
Frost. Das Aluminium vom Laptop ist noch kalt – eigentlich viel zu kalt, da mir
das Tippen aufgrund dessen nicht besonders leicht fällt. Als Entschädigung
scheint mir die Sonne ins Gesicht und ich genieße den ruhigen Morgen. Nur ich, Berta
in meinem Rücken, dazu leise Hintergrund Musik aus der Spotify Playlist „Tropical
Vipes“ und Harald. Ein Wüstenhund, der mir seit gestern Abend Gesellschaft leistet.
Es ist meine erste Nacht in der Wüste. Genau genommen mein erster Wüstenbesuch
grundsätzlich, seitdem ich diesen Planeten als meine Heimat bezeichne.</p>



<p>Ich entschloss mich gestern kurzfristig ein Abstecher in die Wüste zu unternehmen. Eigentlich war ich unterwegs nach Isfahan&#8230; und obwohl die  Dämmerung bereits begonnen hatte und Google mir eine einstündige Fahrt bis zum Schlafplatz signalisierte, entschloss ich mich auf den Weg zu machen &#8230; </p>



<p>Nach halber Strecke stoppte ich. Leider unfreiwillig, da das Gate zur Wüste verschlossen war. Verdammt, seit wann hat eine Wüste ein Gate, dachte ich mir. Ich parkte Berta am Seitenstreifen und lief in Richtung Gate-Officer. Ich erklärte ihm meine Situation, versprach hoch und heilig, dass ich sehr vorsichtig bin, zahlte umgerechnet 2 Euro für den Eintritt und 10 Euro für einen Guide, der darauf bestand mich in das 11 Kilometer weit entfernte Camp innerhalb der Wüste zu bringen. Eigentlich sollte es 40 Euro kosten, selbst 10 Euro war noch viel zu viel, ab er ich war müde, hungrig und wollte unbedingt nun in die Wüste! </p>



<p>Am Camp angekommen, war das noch nicht die Wüste die ich mir vorstellte&#8230; ich dachte, mich erwartet Sand und Dünen, so weit wie das Auge reicht. Nichts dergleichen. Ja, wir hatten Sand, aber es war mehr Steppe als die Wüste, die ich mir wünschte. Nun gut, kommt sicherlich noch. Ich suchte mir ein feines Plätzchen für die Nacht. Es war vollkommend windstill. Wir hatten Vollmond. Eine besondere Stimmung. Ich war froh, dass kein Wind peste, da wir bereits Minusgrade hatten. Ich zog meine Antarktis-Klamotten dennoch an (4 Lagen insgesamt), purzelte paar Hänchenkeulen in der Pfanne an und dazu dinierte ich mir Nudeln. Köstlich!</p>



<p>Es war 21:30 Uhr. Ich war gesättigt sowie bettfertig. Aber ich war nicht müde. Die letzten Wochen ging ich nicht vor 24 Uhr ins Bett. Ich beschloss zum Lagerfeuer zu gehen, welches ich bei der Anreise kurz vorher an einem Checkpoint gesehen hatte. Nicht zuletzt, weil nichts über ein gutes Lagerfeuer geht und ich ein gutes Feuer einfach echt vermisst hatte in den letzten Wochen. Drei Jugendliche wärmten sich am Feuer, leider konnte keiner Englisch sprechen. Meine Farsi-Skills beschränkten sich weiterhin auf wenige Wörter. </p>



<p>Es dauerte eine Weile, ich war bereits in meiner Feuer-Trance versunken, stoppten plötzlich eine Handvoll Wüsten-Jeeps. Es waren Einheimische. Sie kamen aus der Wüste und haben dort zu Abend gegessen und dazu das ein oder andere alkoholisches Getränk zu sich genommen <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Entsprechend entspannt und lustig war die Stimmung. Wir unterhielten uns, wärmten uns am Feuer und tranken Tee zusammen. Die Zeit verging, es war bereits kurz vor Mitternacht. Für mich war nun Bett geh Zeit. Ich schlug die Essens-Einladung aus, ging mit meinem Michelin-Outfit zurück zu Berta und freute mich auf meine erste ruhige Nacht seit Wochen mitten im Nirgendwo. </p>



<p>Ich musste mich bereits zum Rücken zur Sonne setzen. Das Gesicht spannte bereits und auf einen Sonnenbrand hatte ich nicht wirklich Lust gehabt. Oder war er schon da? Das Aluminium vom Laptop hatte sich bereits aufgewärmt, genauso wie meine Hände. Das Tippen der letzten Zeilen ging nun leichter von der Hand als zu Beginn. Nun heißt es – Aufräumen und Haare waschen. Das Wasser im Tank ist nun aufgetaut =)</p>
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		<title>Abschied, der Dritte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Jan 2019 05:15:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Rückflug]]></category>
		<category><![CDATA[Visa]]></category>
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					<description><![CDATA[Nach einem nicht geplanten Zwischenstop in Deutschland, bin ich wieder in Tehran (Iran) angekommen. Mit gemischten Gefühlen. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[Ist ist 5:23 Uhr, iranische Zeit. Es nieselt etwas und es sind sagenhafte
minus drei Grad :/ Ich bin vor ca. 20 Minuten im <a href="https://heritage-hostel.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer" aria-label="Heritage Hostel (öffnet in neuem Tab)">Heritage Hostel</a> in
Tehran angekommen und versuche gerade diese Zeilen zu verfassen &#8230;

Ich bin vor einigen Stunden am internationalen Flughafen gelandet, kommend aus Deutschland. Berta stand dort 8 Tage und sie hat sich gefreut, als ich sie abgeholt habe <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Anscheint hat es ihr nicht so gut gefallen auf dem Parkplatz zwischen den ganzen nicht 4&#215;4 Autos <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Naja, Mädels, nie kann man es ihnen recht machen ^^

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Die ca. 45-minütige Fahrt vom Flughafen zum Hostel war irgendwie verrückt. Ich war tot müde, da ich einen 4 stündigen Aufenthalt in Istanbul hatte. Hinzu kam, das Berta dachte, dass es nun endlich wieder weiter geht statt &#8220;zurück nach Tehran&#8221; .. und die Straßen der Hauptstadt waren so leergefegt wie sie um 4 Uhr morgens nur sein konnten ^^

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Ich hatte nicht wirklich geplant gehabt, während ich auf meiner Weltreise
bin, die Heimat zu besuchen. Nicht, weil ich nicht wirklich wollen würde oder weil ich keinen vermisse, sondern um das dadurch entstehende Gefühlschaos zu umgehen. Naja, wie das Schicksal so will, war ich nun bereits das zweite Mal in der Heimat. Beim ersten Mal musste ich, nachdem ich in Italien von meinem Hab und Gut erleichtert wurde, neue Reisedokumente beantragen. Da mir viele wichtige Dokumente gestohlen wurden, ging das nicht so ohne weiteres in einer deutschen Botschaft in Italien. Beim zweiten Mal bat mich die pakistanische Botschaft &#8220;freundlich&#8221; um ein persönliches Interview in der pakistanischen Botschaft in Frankfurt, sofern ich durch Pakistan fahren wollen würde. Leider werden Visa-Anträge aktuell nur in der Botschaft in Deinem Heimatland vergeben. Für mich also Deutschland. Verrückt, aber das sind aktuell die Regeln. Da die Route durch Pakistan für mich aktuell die günstigste Option war nach Indien zu kommen inkl. mit Berta, gab es für mich leider keine andere Wahl als wieder kurz nach Silvester nach Hause zu fliegen &#8230;

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Ich weiß mittlerweile wie schwer mir ein Abschied von der Familie oder meinen engsten Freunden fällt. Der Unterschied, so dachte ich, war, dass ich nun beim dritten Abschied weiß, was kommen wird. Fehlanzeige. Der
&#8220;Abschieds-Schmerz&#8221; kam erneut bei ca. ein Tag vor Abflug. Leider. Bei mir äußert er sich indem ich ruhig werde gepaart mit keiner guten Laune .. Eigentlich total verrückt, da ich ja noch da bin, aber naja .. so ist es nun mal :/

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Innerlich ist es für mich jedenfalls eine Achterbahn der Gefühle. Von meinen Freunden und Familie (den meisten zu mindestens) habe ich mich bereits vor kurzem oder vor Tagen verabschiedet. Auf der anderen Seite gibt es auch ein Teil in mir, der sich endlich wieder freut das die Reise weiter geht&#8230; die neuen Abenteuer, Erfahrungen, Inspirationen, Menschen, Kulturen, etc. die auf mich warten. Endlich wieder &#8220;frei&#8221; zu sein und jeden Tag zu entscheiden was ich heute machen will ..

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Jedoch bemerke ich, als ich im Hostel angenommen bin, wie mein &#8220;Flow&#8221; der letzten 5 Monate fast verflogen war ;( Ich habe das Hostel vor 8 Tage mit voller Energie verlassen und mit so wenig bin ich wieder zurückgekommen. Nicht, weil es nicht wunderschön war in Deutschland, sondern der Schmerz, der in mir ist, sich von so vielen tollen Menschen erneut sich zu verabschieden. Ein drittes Mal.

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Ich hoffe heute Nachmittag, nachdem ich mein Jetlag auskuriert habe, sieht
die Welt wieder anders aus &#8230; auch wenn ich weiß, dass ich wieder Tage
brauchen werde zu dem &#8220;Flow&#8221; zurück zu kommen, den ich hatte bevor
ich in der Heimat war.

<!-- /wp:paragraph --><!-- wp:paragraph -->

Gute Nacht.

<!-- /wp:paragraph -->

<!--EndFragment-->]]></content:encoded>
					
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		<title>Nicht mein Tag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Dec 2018 18:15:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Bank]]></category>
		<category><![CDATA[Nicht mein Tag]]></category>
		<category><![CDATA[Pakistan]]></category>
		<category><![CDATA[Visum]]></category>
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					<description><![CDATA[Da war wieder der Moment. Der Moment, in dem ich mich Frage, wieso das, was gerade passiert, mir widerfährt. Währe ich doch im Bett geblieben!]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Da war wieder der Moment. Der Moment, in dem ich mich Frage,
wieso das, was gerade passiert, mir wiederfährt. Das erste Mal auf meiner
Reise, wo ich das Gefühl hatte, war in Italien, als ich ganz plötzlich von
meinen Habseligkeiten erleichtert wurde. Dieses Mal wurde ich zwar nicht direkt
um meine Habseligkeiten erleichtert – dennoch hatte ich dieses miserable Gefühl
der vielen Steine auf meinem Weg. </p>



<p>Gestern teile mir meine Bank des Vertrauens mit, dass sie
meine beiden Bankkonten aufkündigen werden und ich noch zwei Monate Zeit habe
meine finanziellen Angelegenheiten zu klären. WAS ZUR HÖLLE? Anschließend
werden sie mich als Kunde aus dem System „schmeißen“. So in etwa stand es auf
dem Kündigungsschreiben, etwas netter verpackt, aber nüchtern betrachtet war
das die Botschaft. Mit dem liebevollen Zusatz: „Bitte beachten Sie, dass diese
Kündigung nicht zurückgenommen werden kann als auch das die Frist auf Nachfrage
nicht verlängert wird“. Hallo, Kundenservice? Wo bist Du? Anscheint endet
dieser, wenn die Kündigung ausgesprochen wurde. Gut zu wissen. </p>



<p>Ich habe das Schreiben erneut gelesen, habe meine IBAN’s mehrfach
geprüft und musste wirklich feststellen, dass es sich um meine Bankkonten
handelt. Es hätte ja sein können, dass es sich hier um einen anderen „Sebastian“
handelt. Dem war aber nicht so. Leider. Was bitte habe ich falsch gemacht und
seit wann kündigt eine Bank Kunden, die sich „nett“ verhalten und immer einen positiven
Saldo haben!? Anschließend spielte sich bei mir im Kopf ein Film &nbsp;ab: Was muss ich alles organisieren, damit ich
in zwei Monaten weiterhin „flüssig“ bin? Wie schaffe ich das von meiner Reise
aus? Geht das überhaupt so einfach? Und was ist bitte ist der verdammte Grund
für die Kündigung? </p>



<p>Ich entschloss mich bei der Hotline anzurufen. Nicht direkt,
ich brauchte paar Stunden um mein Gemüt zu beruhigen. Als ich mich dann angerufen
hatte, war eine nette Dame an der Hotline die mich nach eine Tele-Pin fragte.
What the hell? Natürlich hatte ich diesen nicht, wen wundert es? Auf Nachfrage
ob sie mich was anderes Fragen könnte, wurde dies verneint. Klasse. &nbsp;</p>



<p>Ich checkte erneut meine E-Mails um das Kündigungsschreiben durchzulesen.
Hätte ja sein können, dass ich was übersehen habe ^^ In diesem Moment erhielt
ich Nachricht von der pakistanischen Botschaft aus Frankfurt: Ihr Visums-Antrag
wurde abgelehnt. WAAAAASSSSSSSS? Was bitte geht hier ab? Ein Grund stand
ebenfalls nicht dabei. War ja klar, heute waren die „Gründe“ anscheint „ausgegangen“.
Man teilte mir in dem Schreiben ebenfalls mit, dass ich bitte persönlich vor
Ort zu einem Interview erscheinen sollte. Soweit so gut. Leider ist Pakistan
das mir einzig bekannte Land auf der Welt, wo man das Visum nur in dem eigenen
Land in der jeweiligen Botschaft beantragen kann. Das würde für mich bedeuten,
dass ich nach Deutschland fliegen müsste. Kurzfristig. Um Silvester. Klar, ist
ein Schnäppchen. Ich habe es ja. </p>



<p>Meine Laune sank auf einen neuen Tiefpunkt seit Monaten.
Alternativen gab es für mich nicht wirklich welche. Ich könnte auf Pakistan
verzichten und über Turkmenistan, Usbekistan, etc. fahren. Dort sind aktuell
schnuggelige -20 Grad. Danke, nein. Über den Oman verschiffen nach Mumbai?
Würde eventuell gehen, aber kostet ebenfalls ein Vermögen. </p>



<p>Und bei euch so ? </p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Grenzübergang Iran</title>
		<link>https://www.sebventure.de/grenzuebergang-iran/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 07 Dec 2018 18:30:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Iran]]></category>
		<category><![CDATA[Grenzübergang]]></category>
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					<description><![CDATA[Ein sicherlich interessanter Einblick in meine Grenzerfahrung Armenien / Iran. Vorbereitung ist alles, oder doch nicht? Wie so oft kommt es anders als erwartet. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Mein Smartphone vibrierte. Mein Vater fragte: „<em>Wann wirst Du die Grenze zum Iran überqueren?</em>“ „<em>In wenigen Minuten</em>“, antwortete ich. Ich stand noch auf armenischer Seite und räumte gerade Berta auf, da ich mich auf die Ausräum-Aktion auf iranischer Seite so gut es geht „vorbereiten“ wollte. Weitere Nachrichten von meinem Vater trudelten ein … „<em>Sei vorsichtig, wenn Du alles ausräumen musst!</em>“, „<em>Sei immer dabei und schließe Berta ab, wenn Sie Deine Sachen durchsuchen!</em>“. „<em>Ja Papa, es wird schon alles gut gehen.</em>“, textete ich zurück, froh, noch überhaupt eine Internetverbindung zu haben. </p>



<p>Dennoch war es mein erster Grenzübergang der ein Unwohlsein in mir Hervorruf.&nbsp; Es war dieses mal keine reine Neugier, die ich verspürte. Es war in der Tat ein großes Maß an Respekt, den ich in mir hatte vor dem, was in den nächsten Stunden alles passieren kann. Ich selber sagte mir: Egal was passiert, Du wirst es schaffen! Come on, es ist nur ein Grenzübergang! Welche wirklichen Alternative hätte ich? Umdrehen? Niemals =)</p>



<p>Viele Artikel, die ich mir zwecks Vorbereitung zu diesem Grenzübergang durchgelesen hatte, besagten, dass dieser Übergang zu einen der langwierigsten und kompliziertesten gehört. Nicht selten verlangen die Beamten das Ausräumen des kompletten Reisemobiles, was bei mir Stunden dauern würde. Anschließend werden alle ausgeräumten Gegenstände mit einem Scanner sorgfältig durchleuchtet. Na super, darauf hab ich ja Lust, dachte ich mir. Vor allem bei dem Wetter – es war bewölgt und jede Sekunde könnte es anfangen zu regnen. </p>



<p>Zusätzlich wird bei europäischen Staatsbürgern ein Visum benötigt, welches ich mir vorab in Ankara besorgt hatte. Freilich brauchte auch mein Baby so etwas &#8211; ein sogenanntes „<a href="https://www.adac.de/reise_freizeit/ratgeber_reisen/fahrzeug_reisen/carnet_de_passage/default.aspx">Carnet de Passage</a>“. Iran lässt sich da nicht lumpen und verlangt prozentual zum aktuellen Wert des Reisemobiles eine nette hinterlegte finanzielle Summe bei einem Treuhändler. Sonst heißt es ganz schnell an der Grenze: „Du kommst hier nicht rein.“. Zusätzlich brauchen beide eine Krankenversicherung und selbstverständlich bitte nicht vergessen zu Lächeln bei dem Betreten des freien Landes =)</p>



<p>Nun, mit der Ungewissheit was mich erwartet, startet ich den Motor, fuhr noch bei einem Müllcontainer vorbei um den morgendlichen „Restabfall“ zu entsorgen und machte mich auf in Richtung armenische / iranische Grenze. </p>



<p>Angekommen an der ersten Schranke und nach kurzem Vorzeigen meines zuvor erhaltenen Grenzdokumentes für Berta an der georgischen / armenischen Grenze, durfte ich passieren. Das doch so wichtige Dokument wurde nicht wirklich geprüft, obwohl mir zuvor versichert wurde, wenn ich dieses verlieren würde, wird es schwer für Berta das Land zu verlassen. Nun gut, jede passierte Schranke ist ein Gewinn bei meinem heutigen Vorhaben. </p>



<p>Ein Strom voller Reisender, die die Grenze passieren wollten, war nicht zu erkennen. Wieso nicht, fragte ich mich? Wollen alle das Land verlassen statt einzureisen? Es war doch Freitag und nicht Wochenende. Sind Reisende überhaupt willkommen? Ich weiß es nicht, hoffe es aber inständig <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich fragte bei den vorbeilaufenden Menschen, die ich finden konnte, wo ich als nächstes hin muss ..</p>



<p>Gefunden &#8211; nach Kontrolle meines Reisepasses und einem flüchtigen Blicken auf mein Baby, wurden wir gebeten weiter zu fahren. Aber wohin? Alles was wir sahen war ein Zaun mit einem mehrfach verschlossenen Tor. Doch wie mir die Grenzbeamten mehrfach versicherten, ist das mein Weg in den Iran. Wartend vor dem Tor, kamen nach einiger Zeit zwei Grenzbeamte, kontrollierten erneut meinen Reisepass, öffneten das Tor und zeigten meinen nächsten Stop. Bin ich nun bereits auf iranischer Seite? War es das schon? Wieso bin ich hier immer noch ganz alleine? Bei allen anderen Grenzübergängen teilte ich den spärlichen Platz im Nimmernsland von A nach B mit so vielen Gleichgesinnten&#8230;</p>



<p>Am nächsten Stop angekommen, realisierte ich, dass ich bis dato noch kein Ausreisestempel von Armenien in meinem Reisepass hatte. Hektisch fragte ich den Grenzbeamten nach und bevor ich die Frage hätte fertig formulieren konnte, war der Stempel auch schon im Pass. Check! </p>



<p>Erleichtert fuhr ich nun weiter in Richtung Grenzfluss. Ein letztes mal wurde mein Reisepass kontrolliert und ein herzliches „Goodbye“ empfing uns. Ich bedankte mich und führ auf die Brücke. Unter mir topte der Fluss von den Regenfällen der letzten Tage. Das Wasser war braun aufgrund der Wassermengen, die sich den Fluss hinunter drängten. War das mein iranisches Willkommens-Geschenk? Oder mein armenisches Abschiedsgeschenk? Ich war mir unsicher <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /></p>



<p>Da die Stimmung mich nicht einlud eine Pause einzulegen, fuhr ich ohne zu halten über die Brücke. Ich passierte einen Militärposten auf iranischer Seite und fuhr weiter bis zu meiner ersten iranischen Schranke. Ich stieg aus und fragte mich bist zur iranische Passkontrolle durch. So wirklich ersichtlich war es nicht wo ich diese finden würde &#8230;. ich konnte keine Schilder finden oder sonstiges. Nachbetrachtet kann es auch sein, dass ich sie übersehen habe vor lauter Aufregung =) In jedem Land wird eine Passkontrolle leider etwas anders gehandhabt. Wahrscheinlich deswegen, dass bloß keine „Routine“ bei den Overlandern eintreten kann. Anders kann ich es mir sonst wirklich nicht erklären =)</p>



<p>Als ich endlich mein Stempel im Reisepass hatte und ich dem Grenzbeamten verdeutlichen konnte, dass ich eine weltweite Reiseversicherung besitze und keine iranische bräuchte, musste ich wieder den gleichen Weg zurück gehen statt weiter, wie man das normalerweise bei internationalen Passkontrollen kennt. Gefühlt sind auch alle anderen Grenzgänger ein- und ausspaziert, ohne eine Passkontrolle, wie sie wollten. Naja, anderes Land, andere Sitten. </p>



<p>Ich kehrte zu wartenden Berta zurück, gab einem weiteren Grenzbeamten die notwendigen Antworten auf gestellte Fragen und durfte die erste Schranke auf iranischer Seite passieren. Anschließend wurde ich gebeten mit Berta durch einen Auto-Scanner zu fahren – ja, die gibt es wirklich! Sie sehen aus wie Personenscanner am Flughafen, halt nur viel größer <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Jetzt wirst ernst! </p>



<p>Im langsamen Tempo habe ich mich dem Scanner genähert. Es gab keine Anweisungen oder Sonstiges, die ich zu befolgen hatte. Ich wusste nichtmal wirklich wie schnell ich fahren durfte oder ob ich an einem bestimmten Punkt stoppen muss. Die Schilder, wo vermutlich Anweisungen drauf standen, konnte ich nicht entziffern dang persischer Sprache. Sahen auf jedenfall lustig aus <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f609.png" alt="😉" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Ich versuchte diese Situation so gut es geht zu meistern und fuhr nach eigenen Ermessen in den Scanner in Schrittgeschwindigkeit. </p>



<p>Am Ende angekommen, empfing mich ein Iraner. „<em>Salam. Bist Du das erste Mal im Iran?</em>“. Ich erwiderte „<em>Ja</em>“, immer noch verwirrt vom Scanner und fragend, ob ich alles richtig gemacht habe. Er zeigte mir mein Parkplatz und ich sollte ihm anschließend folgen, inkl. aller Dokumente. Aller Dokumente? Was sind &#8220;alle Dokumente&#8221; für ihn, dachte ich mir. Das fängt ja gut an. Ich folge ihm mit all meinen Dokumenten, die ich unter &#8220;alle&#8221; verstand, in das wohl kleinste Grenzhäuschen das ich je gesehen habe. Er bot mir als erstes ein Tee an, welchen ich dankend bei den Temperaturen um den 0 Punkt annahm. </p>



<p>Wir plauderten anschließend den normalen Small, was man so auf Grenzkontrollen halt plaudert. Anschließend bot er mir an, dass ich einen Grenzbeamten zur Verfügung stellen bekomme, der all meine Fragen beantwortet während des Grenzüberganges. Ich atmete kurz durch. Das Angebot auszuschlagen, wäre a) sicherlich keine freundliche Art gewesen, und wie ich dachte, brauche ich jede Hilfe die ich bekommen kann. Ich erwiderte seine Frage somit mit Ja. </p>



<p>Wie sich herausstellte, war er der Grenzbeamte, der mir zur
Seite steht. Ein freundlicher Kerl, zwei Kinder, verheiratet und in meinem
Alter. Wir quatschten über Gott und die Welt, während wir zur ersten Station
über das Grenzgelände schlenderten, meine Aufregung schwand. „Bitte gib ihm
Dein Reisepass“, sagte er. Gesagt, getan. Die Prüfung, oder was auch immer dort
gemacht wurden, überbrückten wir mit gegenseitigen Erfahrungsaustauschen
unserer Heimatländer. </p>



<p>Ich bekam mein Reisepass wieder. Wir gingen zurück zu Berta,
wo bereits zwei weitere Grenzbeamte auf uns warteten. „Bitte öffnen Sie die
Türen ihres Autos“ hieß es nun. Okay, das schaff ich gerade noch so. Ich
öffnete zusätzliche paar Schränke auf Nachfrage, erklärte was ich vorhabe und
wo die Reise hingehen würde. Die Beamten schauten sich einige Bereiche von
Berta genau an, aber mehr „kam da nicht“. Die gesamte Prozedur dauerte wenige
Minuten. Ich habe mich auf vieles vorbereitet, aber auf solch eine „Kontrolle“
nicht. Auch das Überführen von Alkohol oder Fleisch, was streng verboten ist im
Iran, wurde nicht einmal abgefragt. Wäre das nicht jetzt der richtige Zeitpunkt
gewesen, dachte ich mir? Nun gut. Man forderte mich auf, die Türen wieder zu
schließen. Die Frage „Wollen Sie noch ein Tee?“ wurde mir erneut gestellt.
Klar, wieso nicht?</p>



<p>Während ich meinen zweiten Tee genoss, begann einer der
Grenzbeamte mein „Passage de Carnet“ auszufüllen. Anscheint kein unbekanntes
Dokument für den Grenzbeamten. Das freute mich, da ich es ihm nicht hätte
wirklich erklären können, wenn er mich gefragt hätte. Während meiner Tee-Unterhaltung,
schlenderten einige andere Grenzgänger in das Büro und holten sich Quittungen
ab. Quittungen für was? Für mich fühlte sich das so an, als ob das ein ganz
normaler Büro-Gang wäre für diese Personen. Man kannte sich dort anscheint
gegenseitig sehr gut. Wie eine große Familie – und ich mitten drinne. So tuend,
als ob ich mit dazugehöre, um das Prozedere heil zu überstehen, versuchte ich
mich so gut es geht in die Diskussion zu integrieren. Mehr als Lächeln viel mir
aber nicht ein, da bei dieser Diskussion kein Englisch gesprochen wurde. </p>



<p></p>
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		<title>Der Abschied</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Sebastian]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Sep 2018 06:10:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuelles]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Abenteuer]]></category>
		<category><![CDATA[Abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir Menschen gehören definitiv zu den Lebewesen auf diesem Planeten, die es wenn möglich bevorzugen in einer Horde zu leben als in der Einsamkeit. ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Wir Menschen gehören definitiv zu den Lebewesen auf diesem Planeten, die es wenn möglich bevorzugen in einer Horde zu leben als in der Einsamkeit. Ich würde mich selber als Horden-Typ bezeichnen – wenn auch gleich ich diese Reise alleine bestreite. Daher wusste ich auch bereits vor dem Beginn meines Abenteuers, dass der Abschied, der vor mir liegt, für mich nicht leicht werden wird – obwohl er doch so oft im Leben dazugehört.</p>
<p>Ich wurde oft vor der Reise gefragt „Und, freust Dich auf das Abenteuer?“. Rational war die Frage schnell zu beantworten, emotional jedoch deutlich schwerer. Abschied zu nehmen bedeutet sich von Bestehendem zu trennen um somit bereit für das Neue zu sein was kommt. Das eine geht oftmals nicht ohne das andere.</p>
<p>Für mich bedeutet Abschied nehmen primär sich von lieb gewonnen Menschen, die ich bis jetzt kennenlernen durfte, für eine gewisse Zeit lebe wohl zu sagen. Trotz aller Digitalität, den Social-Blogs dieser Welt oder den unzähligen möglichen Kommunikationskanälen die es heute gibt um miteinander Kontakt zu halten, so ist es doch was anderes sich z.B. Freitags Abends für ein Wochen-Résumé bei dem Lieblings Restaurant um die Ecke auf ein Gläschen Wein zu treffen oder Sonntags morgens zu einem ausgedehnten Brunch mit der Familie. Ja, es stimmt, auf der Reise trifft man genügend interessante Menschen mit denen man auch z.B. ein Restaurant besuchen kann – jedoch dies mit Menschen zu machen mit denen man eine langjährigen Freundschaft besitzt ist gegen nichts einzutauschen bzw. ersetzbar.</p>
<p>Zusätzlich bedeutet es aber auch für mich von Gewohnheiten Abschied zu nehmen, die mein Leben angenehmer machen/machten. Das fängt bei ganz subtilen Dingen an wie z.B. einer schönen warmen Dusche am frühen Morgen oder aber Maschinen, die das schmutzige Geschirr oder die Wäsche wieder sauber „zurück geben“. Den Luxus zu haben aus dem Haus gehen zu können und sich und sein Hab und Gut grundsätzlich in Sicherheit wiegen zu können. All dies sind nur wenige Beispiele, die sich in den vergangenen Wochen für mich verändert haben. Somit habe ich es bereits jetzt schätzen gelernt wenn ich in den Genuss einer warmen Dusche komme, statt eine kalte morgendlichen Dusche neben meinem Auto mit freier Sicht auf alles, was der liebe Gott so geschaffen hat <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/12.0.0-1/72x72/1f642.png" alt="🙂" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> Aufgrund der damit verbundenen Prioritäten Verschiebung spielt es auch am Ende keine wirklich große Rolle mehr, ob die Dusche super sauber, mittel sauber oder nur sauber ist … Ich habe bereits jetzt gelernt mich auf das Wesentliche zu beschränken und damit Glücklich zu sein.</p>
<p>Jetzt meinen vielleicht einige: Du hast ja auch keine Wahl. Doch, die habe ich, So ist dies für mich zum aktuellen Zeitpunkt vollkommen in Ordnung und ich trauere den alten Gewohnheiten nicht hinterher, wenn gleich ich dies damals genossen habe und ich mich darauf freue irgendwann in der Zukunft dies vorsetzen zu können.</p>
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